Kai Diekmann meets Eric Schmidt – zurück von der #DLD11

Januar 26, 2011 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
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Seit gestern Abend bin ich zurück von der DLD Conference 2011, Burdas Konferenz für digitale Trends in München. Der Besuch hat sich gelohnt: Spannende Interviews mit führenden Internet- und Medienköpfen auf zwei Bühnen, und das von Sonntag bis Dienstag. Dabei gab es immer wieder spannende Begegnungen. So etwa diese: Als Kai Diekmann den Jungs von “Clap” gerade erzählte, er plane nach den 100 Tagen als Blogger bald sein nächstes 100-Tage-Projekt (ich vermute stark: eine eigene Diekmann-App), schneite plötzlich der scheidende Google-Chef Eric Schmidt an ihm vorbei. Diekmann wurde ein “Hi Eric” und ein Shakehands los. Siehe dieses Exklusiv-Foto:

Eric Schmidt & Kai Diekmann

Für turi2 berichtete ich live via Twitter von vor Ort. Hier nochmal die Zitate, die mir am Besten gefielen:

  • Hubert Burda nennt Eric Schmidt zum Abschluss der #DLD11 einen “Hero” und eine “mythologische Figur”. #Final Thoughts
  • LTE gibt uns die Hoffnung, dass bald überall auf der Welt eine 10-Megabit-Verbindung verfügbar ist, so Google-CEO Eric Schmidt.
  • Eric Schmidt: “What ever you’re doing, do it mobile first.”
  • James Murdoch: Wir bewegen uns auf die All-Media-Welt zu, Medienkonvergenz nimmt weiter zu.
  • James Murdoch: Gerade ist die spannendste und herausfordernste Zeit, in der Medienbranche zu arbeiten.
  • Pete Cashmore von Mashable: Größtes Problem traditioneller Marken ist, dass sie gesichts- und emotionslos sind.
  • Groupon-Gründer Andrew Mason: “Was Amazon für Produkte geworden ist, wollen wir für Lokales werden.”
  • Randi Zuckerberg von Facebook: Nachdem Angelina Jolie mich nicht in “The Social Network” spielen wollte, wurde ich rausgestrichen.
  • Marissa Mayer: Die Hälfte von Googles Innovationen kommt aus den 20% der Arbeitszeit, die jeder Mitarbeiter frei gestalten kann. (Zumindest in der Geschäftssparte, in der das mal analysiert wurde)
  • Investor Stefan Glänzer: In Berlin-Mitte gibt’s mehrere tausend Leute in Start-ups, da entsteht die nächste 3-5 Jahre großes Ding.
  • Christoph Schuh von Tomorrow Focus: Publisher trägt das ganze Risiko, während Kunde nur zählt, wenn Werbung geklickt wird. Neue Währung muss her.
  • Sean Parker: “At the end of the day, content matters.”
  • Sean Parker: “I wish my life was as cool as in the movie. There are no Victoria’s Secret models in Silicon Valley.”
  • Burda-Chef Paul-Bernhard Kallen: “We should have 3 or 4 Apples, that would be more healthful.”

Zwei Lesetipps noch: Die “Süddeutsche” hat das Interview von Kai Diekmann mit James Murdoch amüsant zusammengefasst. Und Focus Online berichtete in einem großen Special von der DLD. Ach, und einen Studientipp hab ich auch noch: Online-Markenwerbung in Deutschland, eine gemeinsame Studie von Tomorrow Focus und Comscore.

Neben den vielen Talks durfte natürlich auch eine Party nicht fehlen. Highlight war der Auftritt von Duffy, siehe abschließend mein zweites Foto:

Duffy

Kai Diekmann, anonymes Roaming-Opfer

Juni 24, 2010 by Florian Treiß · 1 Comment
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Als ob Kai Diekmanns Marokko-Urlaub im Januar nicht schon traumatisch genug gewesen wäre – nun musste Springer auch noch exorbitante Roaming-Kosten von über 40.000 Euro zahlen. Kein Wunder, dass nun das “anonyme Roaming-Opfer Kai D.” eine Opfer-Initiative auf YouTube startet – in einem herrlichen Fake-Beitrag von Spiegel TV.

Kai Diekmanns Koffer-Albtraum

Januar 12, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
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Kai Diekmann“Bild”-Chef Kai Diekmann hat’s doppelt hart getroffen – erst fliegt er mit seiner Götter-Gattin Katja Kessler nach Marokko in den Urlaub, doch die Koffer kommen nicht mit und Che Kai muss drei Tage lang das selbe T-Shirt tragen. Dann taucht Diekmanns Koffer wieder auf, doch Kesslers Koffer bleibt verschollen – aber halb so wild, denn sie braucht die Bikinis darin nicht mehr, weil das Wetter plötzlich kacke ist (wie übrigens auch andere Zeitzeugen bestätigen). Dann fliegen die beiden zurück – und was fehlt, ist erneut KDs Koffer. Und getreu dem Motto “Die Themen liegen auf der Straße” hat der “Bild”-Chef dann eine noch tollere Idee: “Meinen Millionen Bild-Leser könnte das gleiche widerfahren wie mir”, muss er sich gedacht haben und hat sofort nach der Rückkehr seine Redaktion auf die Story angesetzt. Et voila: Heute steht in der “Bild” auf Seite 4 ein großes Service-Stück zum Thema Albtraum: Koffer weg!

Kai Diekmanns Schniedel-Plastik

November 16, 2009 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Medien, Spaß 

Jetzt wird’s lustig: Die Schelme von der “taz” haben vom Künstler Peter Lenk ein Penis-Relief am “taz”-Verlagsgebäude anbringen lassen, dass nun die Gemüter erhitzt. Unter anderem ist darauf laut “taz” “Bild”-Chef Kai Diekmann mit 16 Meter langem Schniedel zu sehen (sic!). Doch nicht alle Mitarbeiter der “taz” sind darüber so glücklich, so fordert die neue Chefredakteurin Ines Pohl im Contra-Part eines Pro & Contras, die Installation wieder einzupacken:

“Geht es nach dem Künstler Peter Lenk, dann soll ich mein Fahrrad jetzt für zwei Jahre jeden Morgen unter einem sechs Meter langen Pimmel abschließen. Unter zwei recht prallen Hodensäcken also mein Tagwerk beginnen. Was für eine klägliche Provokation. Wie öde. Und sie wird auch nicht dadurch unterhaltsamer, dass Bild-Chef Kai Diekmann als Eigentümer dieses Körperauswuchses auszumachen ist. Ich habe schlicht keine Lust auf diese aufgeblasene Spießigkeit, die sich um den ewig traurigen Männermachtkampf dreht: Wer nun hat den Längeren? Mann, diese Diskussionen sind mindestens von vorgestern, Tabubrüche kommen nicht mehr in Schwanzform daher.”

Derweil hat auch Kai Diekmann die neue Provokation von gegenüber entdeckt (Springer- und taz-Gebäude liegen vis-a-vis). Und nimmt die Sache in seinem 100-Tage-Blog satirisch:

“Mit einer spektakulären Aktion hat die taz bewiesen, dass auch meine Lieblings-Linken zum Lachen nicht ausschließlich in die Keller gehen: Die Genossen haben ihrem Rechtsanwalt Jony Eisenberg ein Denkmal gesetzt.”

(Foto: kaidiekmann.de)

Link-Tipps vom 16.11.2009

November 16, 2009 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Allgemein 
  • “FAZ”-Autor Jürgen Kalwa kritisiert in seinem Blog den Hype um die “Trauershow” für Robert Enke. Sehr lesenswert! american-arena.blogspot.com
  • Die Schelme von der “taz” haben an ihrem Verlagsgebäude ein Penis-Relief des Künstlers Peter Lenk anbringen lassen – die nächste Eskalationsstufe im Penisstreit um “Bild”-Chef Kai Diekmann. Mal sehen, wie der drauf reagiert. blogs.taz.de

Kai Diekmann – 100-Tage-Blogger

Oktober 26, 2009 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
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“Bild”-Boss Kai Diekmann bloggt jetzt selbst, und zwar unter kaidiekmann.de – leider (oder glücklicherweise) wohl nur für 100 Tage, außer er sieht Chancen, danach die “Marktbeherrschungführerschaft” anzustreben. Die ersten Einträge sind ziemlich schräg, so darf weder ein Selbst-Interview noch eine eigene Rubrik zu “taz”-Anwalt Jony Eisenberg nicht fehlen. Weitere Infos bei turi2 und natürlich im Bildblog. Der Punktsieg in der Rubrik Fan-Artikel fällt übrigens zugunsten Kai Diekmann aus: Spaghetti-Top und Hot-Pant mit dem Logo “I love KD” sind einfach nur cool… Die gibt’s ohne Quatsch dort im Online-Shop zu bestellen, der Erlös kommt “Ein Herz für Kinder” zugute.

PS: Bei Sueddeutsche.de gibt’s einen imaginären offenen Brief zu Diekmanns Bloggereien.

Wir sind Papst – Keine innere Pressefreiheit

Mai 9, 2007 by Florian Treiß · 9 Comments
Filed under: Journalismus, Medien 

Heute am frühen morgen hatte es Peter Turi noch ein “schönes Beispiel von innerer Pressefreiheit” genannt:

Chefredakteur Diekmann vom Springer-Blatt „Bild“ legt demnächst ein Buch vor: „Der große Selbstbetrug“, von dem bisher aber nur Klappentexte bekannt sind. Alan Posener, Kommentarchef beim Springer-Blatt „Welt am Sonntag“, watscht in seinem Blog unter welt.debatte.de Diekmann schonmal vorsorglich/fürsorglich ab: „Die 68er zwingen ihn noch heute, täglich auf der Seite 1 eine Wichsvorlage abzudrucken, und überhaupt auf fast allen Seiten die niedrigsten Instinkte der Bild-Leser zu bedienen, gleichzeitig aber scheinheilig auf der Papst-Welle mitzuschwimmen.“

Doch bald war es mit der inneren Pressefreiheit vorbei – mit den Worten von onlinejournalismus.de:

Und wenig später findet sich zu Poseners Artikel “Wir sind Papst” nur noch eine Fehlermeldung. Was soll man davon halten?

Nachtrag: Auch Spiegel Online hat sich mittlerweile damit beschäftigt, dort findet sich ein Springer-Statement, wieso der Artikel gelöscht wurde:

“Dies ist die Entgleisung eines einzelnen Mitarbeiters. Der Beitrag von Alan Posener über Kai Diekmann ist ohne Wissen der Chefredaktion in den Weblog von Alan Posener gestellt worden. Der Beitrag ist eine höchst unkollegiale Geste und entspricht nicht den Werten unserer Unternehmenskultur.”


Nachtrag wegen Umstellung meiner Blogsoftware am 11.5.: Die Kommentare ließen sich nicht direkt kopieren. User “Speicherbaustein”, den Peter Turi heute zum Kopf des Tages ernannt hat, hat zu Dokumentationszwecken den umstritten Text eingestellt. Angesichts des großen öffentlichen Interesses soll der Text hier auch weiter dokumentiert werden:

Alan Posener

Wir sind Papst!

Kai Diekmann hat ein Buch angekündigt. Der Titel, “Der große Selbstbetrug”, scheint zutreffender zu sein, als dem Autor lieb sein kann.

Kai Diekmann, Chefredakteur der Bildzeitung, hat ein Buch geschrieben. Was an und für sich nichts Besonderes ist. Dieter Bohlen hat auch ein Buch geschrieben.

Interessant ist jedoch der Inhalt. Diekmann sagt, so die Vorschau des Piper-Verlags, „was Sache ist“. Und zwar so:

„Meine Generation betrügt sich selbst. Wir wollen Reformen, aber ändern soll sich nichts. Wir erwarten ehrliche Politiker, wählen aber die mit den haltslosesten Versprechen. Wir fordern Freiheit, scheuen jedoch Verantwortung.“

Hey, das klingt nach ehrlicher Selbstkritik. Endlich. Ein Berufsleben lang haben diese Mittvierziger davon gelebt, auf die 68er einzudreschen, was sicher Spaß gemacht, ihnen jedoch weder intellektuelle Anstrengung noch moralischen Mut abverlangt hat. Jetzt ist Katerzeit angebrochen; jetzt wird Selbstkritik geübt, jetzt will man sich ehrlich machen; jetzt wird mal gefragt, was diese Generation, die Kinder der fetten Kohl-Jahre und ihrer „fröhlichen Restauration“, denn so viel besser gemacht haben als wir Kinder von Marx und Coca-Cola.

Aber das klingt eben nur nach ehrlicher Selbstkritik. Denn gleich wird sie wieder hervorgeholt, die gute alte 68er-Keule:

„Das Erbe der 68er hat uns in eine Sackgasse geführt. Es wird Zeit, endlich umzukehren.“

Ah ja, klar. Die 68er haben K.D. gezwungen, Politiker zu wählen, die haltlose Versprechen abgaben. (Wen meint er? Den Mann, dessen Autobiographie er als Ghostwriter mitverfasste? Den Mann der „blühenden Landschaften“?) Die 68er haben K.D. gezwungen, Verantwortung zu scheuen. (Was meint er damit?) Die 68er haben K.D, gezwungen, als Chefredakteur der Bildzeitung nach Auffassung des Berliner Landgerichts „bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung Anderer“ zu ziehen. Die 68er zwingen ihn noch heute, täglich auf der Seite 1 eine Wichsvorlage abzudrucken, und überhaupt auf fast allen Seiten die niedrigsten Instinkte der Bild-Leser zu bedienen, gleichzeitig aber scheinheilig auf der Papst-Welle mitzuschwimmen. Die 68er zwingen ihn, eine Kampagne gegen die einzige vernünftige Reform der Großen Koalition zu führen, die Rente mit 67. Die 68er zwingen ihn… aber das wird langweilig. Hier die Kurzfassung: ich bin’s nicht, die 68er sind’s gewesen. Das ist jämmerlich.

Wenn man etwas macht, soll man dazu stehen, oder aber es lassen. Man kann nicht die Bildzeitung machen und gleichzeitig in die Pose des alttestamentarischen Propheten schlüpfen, der die Sünden von Sodom und Gomorrha geißelt. So viel Selbstironie muss doch sein, dass man die Lächerlichkeit eines solchen Unterfangens begreift.

Gegen Ende der 60er Jahre verwandte eine Arbeitsgruppe des SDS viel Zeit und jede Menge Marx, Freud und Co. darauf, das Geheimnis der Bildzeitung zu enträtseln. Als sie fertig waren, fiel den Amateur-Analytikern eine professionelle Analyse in die Hand, die von der Bildzeitung in Auftrag gegeben worden und an ihre Anzeigenkunden verteilt worden war. Die verblüfften SDSler stellten fest, dass sich die Analysen glichen. Die Bildzeitung präsentiere die Welt als Dschungel, als einen gefährlichen und unübersichtlichen Ort, wo „die da oben“ machen, was sie wollen, und wo „wir hier unten“ verloren wären, wenn es nicht die Bildzeitung gäbe. Sie spricht die Wahrheit aus, sie ist Anwalt des „kleinen Mannes“, sie sagt, „was Sache ist“.

So macht sie das bis heute, und sie macht das sehr professionell. Wenn man ein bisschen zynisch ist, auf miniberöckte Vorzimmermiezen großen, auf Ernsthaftigkeit eher weniger Wert legt, kann man dort Karriere machen, und das ist völlig OK so. Einer muss es ja machen, so wie einer den Dieter Bohlen machen muss, und einer den Papst. Aber wenn Dieter Bohlen den Papst geben würde, müsste man auch lachen, oder?