Westerwelle muss Englisch lernen
Hoffentlich hat unser Außenminister in spe Guido Westerwelle gelernt, etwas flüssiger Englisch zu reden als in diesem Video aus dem Jahr 2006:
Wie Spiegel Online berichtet, hat sich Westerwelle auf jeden Fall heute geweigert, in einer Pressekonferenz die Frage eines BBC-Reporters auf Englisch zu beantworten. Doch Guidos Englisch-Schwäche ist bei weitem nicht so peinlich wie der Duisburger Stadtkämmerer Peter Langner (SPD), der am Sonntag sagte: “Ich will keinen schwulen Außenminister haben”. Toleranz bei der SPD im 21. Jahrhundert: Zumindest in Duisburg ein Fremdwort.
Update 29.9.: Hier noch nachgereicht, die Situation aus der Westerwelle-Pressekonferenz.
Link-Tipps vom 23.09.2009
Filed under: Allgemein, Blogs/Web 2.0, Journalismus, Politik
- Atomlobby listet in Geheimpapier die politische Gesinnung von Energie-Journalisten auf. spiegel.de
- NPD schickt Drohbriefe an Politiker mit Migrationshintergrund. spiegel.de, npd-blog.info
- Fischt die Piratenpartei in rechten Gewässern? Fragt tagesspiegel.de
- “FTD” liefert Hintergrundartikel zu Flashmobs. ftd.de
- Ein optisches “Social Media Prisma” gibt eine tolle Übersicht übers deutsche Web 2.0. ethority.de
Sixtus und Lobo: Parteien zur Wahl
Ziemlich humorvoll: Sascha Lobo und Mario Sixtus mit Ihrer Variante von “Parteien zur Wahl” – in ihrer 3Sat-Kolumne fassen sie diesmal die Wahlprogramme der Parteien zusammen. Ziemlich witzisch.
Sixtus vs. Lobo – Parteien zur Wahl
Yes, we gähn!

Bild und taz sind sich beim Kanzler-Duell so einig wie selten – und titeln beide “Yes, we gähn!”
Das Altpapier von dnews (daher hab ich dieses Fundstück) fasst die Berichterstattung übers Kanzler-Duell im übrigen treffend zusammen:
“Merkel und Steinmeier – wenig Duell, viel Duett“, titelt Welt Online. „Das Duell gerät zum Duett“, schreibt Sueddeutsche.de. “Duett eines älteren Ehepaars”, titelt Stern.de. Unter der Zeile “Duett oder Duell” zeigt Focus.de einen Zusammenschnitt des, äh, Duells. “Duett statt Duell”, titelt Der Freitag online. “Duett statt Duell”, schreibt an anderer Stelle Sueddeutsche.de. “Duett statt Duell”, titelt die Berliner Morgenpost. “Duett statt Duell”, schreibt der Tagesspiegel. Nur der Donaukurier hat eine echte Überraschung parat: “Doch mehr Duett als Duell”.
Aids als Massenmörder
Aids is a mass murderer – Aids als Massenmörder: Der Verein Regenbogen e.V. hat zum Welt-Aidstag 2009 eine virale Werbekampagne gestartet, die – nunja – sehr grenzwertig ist. In einem Video geht’s erst heiß zur Sache, dann entpuppt sich der One-Night-Stand als Hitler. Heftig! Beim Werbeblogger gibt’s weitere Infos dazu.
Update 9.9.09: Ich habe das YouTube-Video auf dieser Seite wieder entfernt, da es dort schon mehrmals gesperrt wurde. Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, der gucke am Besten auf der Website der Kampagne. Das Hitler-Video ist mittlerweile massiv in der Kritik, die Deutsche Aids-Hilfe fordert, dass die Kampagne gestoppt wird, siehe bild.de und Spiegel Online.
Sido geht wählen

“Sido geht wählen” heißt ein Versuch von ProSieben, junge Leute an die Wahlurnen zu bringen: Einen Tag vor der Bundestagswahl strahlt der Sender eine Doku aus, in der der umstrittene Rapper – wohl ohne legendäre Maske vorm Gesicht?!? – Politiker befragt, wieso er wählen gehen soll. Denn das war er bisher noch nicht: Am 27. September will Sido (Foto: Wikipedia) erstmals wählen gehen, dabei ist er schon 28 Jahre alt. In den vergangenen Tagen war Sido schon im Gespräch mit Jugendlichen, unter anderem an einer Berufsschule im Großraum Magdeburg. Einen Bericht dazu gibt’s bei der Magdeburger Volksstimme. Ich frag mich echt, ob so eine Sendung gut gehen kann, aber spannend ist’s allemal – und die Doku wird sogar von der Bundeszentrale für Politische Bildung unterstützt. Also watch out: ProSieben am Sa. 26.9. um 23 Uhr – “Sido geht wählen”.
Wählen gehen – mit Blumentopf
“Beweg Deinen Arsch” fordert Blumentopf – dieser Aufforderung möchte ich mich anschließen: Leute geht wählen morgen in Sachsen und Thüringen und sorgt dafür, dass die NPD draußen bleibt. Manche Partei hat vielleicht nicht den inhaltlichsten Wahlkampf gemacht, wenn ich nur an Stanislaw Tillich mit dämlichen Plakat-Sprüchen denke wie Keine Faxen. Für Sachsen. Aber egal, CDU ist immer noch besser als NPD. Und das Gleiche gilt natürlich in vier Wochen bei der Bundestagswahl. Und falls jemand zufällig in Bad Oeynhausen wohnt: Für die Bürgermeisterwahl dort am Sonntag kann ich meinen lieben Patenonkel Bernhard Kuhn als unabhängigen Kandidaten wärmstens empfehlen.
TV-Tipp: Schwarz und stolz – Die Geschichte der Black Music.
Heute, Di 14.10.08, um 23:05 Uhr auf ARTE: Die französische Doku “Schwarz und stolz – Die Geschichte der Black Music” klingt sehr spannend – und zeigt nicht nur die wichtigsten Etappen der Musikgeschichte von Negro Spirituals, Blues, Jazz, Rhythm ‘n’ Blues, Soul, Funk bis hin zu Rap, sondern beschäftigt sich auch gleichzeitig mit der Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner.
arte.tv
Nachtrag 17.10.: Momentan ist der Film auch im Web als Stream zu sehen, aber nur sieben Tage lang: arte.tv
Leuchtturmpreis für Rechercheure gegen Rechts
Andrea Röpke sowie Anton Maegerle und Thomas Kuban erhalten den Medienpreis “Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen” des Netzwerks Recherche. Sie werden für ihre unermüdlichen Recherchen im Bereich Rechtsextremismus ausgezeichnet. Die leider auch den Nazis durchaus bekannte Röpke wurde bei Ihren Recherchen schon körperlich angegriffen, ihre beiden Kollegen arbeiten dagegen nur anonym und mit Pseudonym. Mehr über die Preisträger bei npd-blog.info. Herzlichen Glückwunsch und weiter erfolgreiche Recherchen!
Dieser Positivnachricht steht aber leider eine negative Neuigkeit gegenüber: Das rechte Leitmedium “Junge Freiheit”, dass lange vom Verfassungsschutz beobachtet wurde, hat seine Internetseite einem Relaunch unterzogen – und ihr nicht nur zweinullige Interaktivität verliehen, sondern auch ein neues Ressort eingeführt: Den “Blick nach Links”. Ziel ist folgendes:
Gibt es in Ihrer Stadt linksextreme Strukturen, etwa an der Universität oder in Jugendzentren? Arbeiten beispielsweise örtliche Parteien wie SPD, Grüne oder Linkspartei mit linksradikalen „Antifa“-Gruppen oder anderen Linksextremisten zusammen? Sind Ihnen Fälle bekannt, bei denen linksextreme Positionen oder Anschläge verharmlost werden? Melden Sie sich per E-Post an (…). Wir greifen den Fall auf und recherchieren weiter.
“Bekämpfung des Linksextremismus” soll also das angebliche Ziel sein – doch wahrscheinlich geht es dabei nur darum, linke Bürger zu diffamieren und womöglich gar an den Internetpranger zu stellen. Einige Beispiele sind schon jetzt auf der Seite zu finden – unter anderem ausgerechnet zwei ältere Beiträge über den nun preisgekrönten Journalisten Anton Maegerle, dem von den Rechten angeblich verleumderische Fernsehbeiträge vorgeworfen werden. Er sei ein Propagandist, dessen Arbeitsgrundlage der Rechtsextremismus wäre. So ein Schwachsinn!
Wohngemeinschaft Deutschland
Das ZDF beschäftigt sich ab heute eine Woche lang intensiv mit dem Thema Integration. Unter dem Motto “Wohngemeinschaft Deutschland” werden sich zahlreiche Sendungen damit beschäftigen. Und zwar nicht nur des Nachts, sondern auch zur Primetime: So wird Kaya Yanar am Donnerstag Promis in der “Großen Multi-Kulti-Quizshow” testen. OK, das ist vielleicht nicht so spannend, aber bringt halt Quote…
Wirklich spannend wird es aber sicher doch dann, wenn die meisten Leute schon schlafen: Heute Nacht um 0.30 erforscht die afrodeutsche Moderatorin Mo Asmung in dem Film Roots Germania ihre Wurzeln. Mit NPD-Größe Jürgen Rieger lässt sie sich darin auf eine absurde Diskussion ein. SpON schreibt:
Was folgt, ist ein übler rassenideologischer Exkurs, an dessen Ende Rieger die Sitte der alten Germanen lobt, “Stammesschänderinnen” im Moor zu versenken. “Das geht heute ja nicht mehr”, fügt der Jurist bedauernd hinzu. (mehr)
Verspricht also eine spannende Doku zu werden. Ebenfalls sehr interessant klingt der Dreiteiler Rap, Koran und Oma Bonke. Mittwoch, Donnerstag (je 22.15 Uhr) und Freitag (22.35 Uhr) werden darin die Menschen aus der Dortmunder Nordstadt porträtiert. Auch im fiktionalen Bereich ist Integration diese Woche im ZDF ein Schwerpunkt: So geht es bei Soko Leipzig um Abschiebungen und einen Mord im Ausländeramt.
Alles über die Themenwoche auf dem Wohngemeinschaft-Deutschland-Portal des ZDF.
