Verleger, folgt der Tagesschau-App auf Android!

Dezember 21, 2010 by Florian Treiß · 1 Comment
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Tagesschau-AppSeit heute gibt es eine kostenlose App der Tagesschau. Das schöne daran: Anders als die meisten Verleger-Apps läuft sie nicht nur auf Apple-Geräten wie dem iPhone oder dem iPad, sondern überrascht damit, vom Start weg auch auf dem Blackberry und auf Android-Geräten zu funktionieren. Die ARD hat also erkannt, dass es wenig Sinn macht, nur die Apple-Plattformen zu bestücken, sondern erkannt, dass sie durch die Bedienung mehrerer Plattformen eine deutlich größere Menge an Nutzern erreichen kann. Das ist auch vollkommen richtig so, schließlich zahlen ja nicht nur iPhone-Nutzer GEZ-Gebühren, sondern wir alle. Und ich hoffe, dass Verleger und Medienhäuser sich nun nicht mehr nur mit ihren tollen iPhone- und iPad-Apps schmücken, sondern endlich ebenfalls weitere Plattformen bedienen. Aktuell kenne ich außer den Apps von n-tv, stern.de und den Zeitungen der WAZ-Gruppe kaum eine deutsche Medien-App für Android, dabei ist das die Plattform mit dem stärksten Wachstum (siehe: Trends im Mobile Web), die gerade die Apple-Systeme an Reichweite überholt. Ich bin gespannt, wie schnell die privaten Medienkonzerne nun auf andere Plattformen folgen. Immerhin hat ein Teil der Branche die Zeichen der Zeit schon erkannt. So hat die “taz” im Oktober eine Android-App angekündigt, die aber noch auf sich warten lässt. Und “Spiegel”-Geschäftsführer Ove Saffe sagte vergangene Woche bei einem Pressegespräch, auch der “Spiegel” arbeite an einer Android-App. Trotzdem erstaunlich, dass die ansonsten eher träge ARD hier mal schneller ist als Springer & Co

Weitere Links dazu: netzwertig.com lobt, dass die ARD auch eine API anbietet,  wwwagner.tv zeigt ein How-to-Video der iPhone-App.

Nachtrag: Mittlerweile empört sich der Verlegerverband VDZ laut über die Tagesschau-App, ich habe das für turi2 mal zusammengeschrieben.

In eigener Sache: Dagens Nyheter, Interview im Grey-Blog

Dezember 16, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
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Zwei Link-Tipps in eigener Sache:

#LeWeb 2010: Twitter Diplomacy

Dezember 13, 2010 by Florian Treiß · 2 Comments
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Die Internetkonferenz LeWeb in Paris ist zwar schon seit Donnerstag vorbei, doch noch immer tauchen im Netz neue Fundstücke auf. Hervorheben möchte ich heute den Vortrag von Matthias Lüfkens vom World Economic Forum (WEF) oder zu deutsch Weltwirtschaftsforum in Davos: Im Rahmen der Reihe Ignite, in der zehn Sprecher jeweils nur fünf Minuten Zeit für ihren Vortrag bekamen, redete Lüfkens über “Twitter Diplomacy” – und hatte dabei die Lacher auf seiner Seite, z. B. als sagte, die diplomatische Kommunikation der verschiedenen Regierungen via Twitter sei wohl sicherer als die Übermittlungstechnik diplomatischer Depeschen.

Mittlerweile ist das Video seines Vortrags online (bitte auch den bombastischen Vorspann beachten, der in Paris bei der Konferenz so laut und basslastig gezeigt wurde, als sei es ein Trailer für einen Hollywood-Blockbuster):

Auch stehen die Folien dazu im Netz:

Die Macher von LeWeb laden derweil fleißig weitere Videos hoch – zu finden ist das Material im LeWeb-Kanal bei YouTube. Als Rückblick kann ich außerdem eine Zusammenstellung bei Scoop.it empfehlen. Und noch kurz der Hinweis auf meine beiden älteren Postings:

#LeWeb 2010: Was sonst noch so geschah

Dezember 9, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
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Bereits heute morgen schrieb ich über das spannende Interview mit Internet-Investor Alexander Tamas bei LeWeb in Paris. Nun noch ein paar Eindrücke, was sonst noch so auf dem Internetkongress geschah. Das beste Bild der ganzen Veranstaltung war z.B. dieses hier:

Loïc Le Meur im Outfit von Angry Birds

Veranstalter Loïc Le Meur verkleidete sich am Mittwoch eigens für ein Interview mit Mikael Hed, CEO von Rovio, der Firma hinter dem iPhone-Kultspiel Angry Birds. Mikael Hed verriet daraufhin ein paar Zahlen zu dem Game: Es kommt auf 12 Mio bezahlte Downloads plus 30 Mio kostenfreie Downloads. Die Android-Version erzielt einen Werbeumsatz von 1 Mio Dollar im Monat. Aber das nur am Rande.

Ansonsten gab es eine Reihe von Interviews mit Managern der großen Internetfirmen, die leider meist aus der zweiten Reihe kamen. Einen Eric Schmidt oder Marc Zuckerberg zog es dieses Jahr nicht nach Paris. Dennoch gab es viele spannende Q&As. Einige Zitate & interessante Aussagen, die ich vor Ort aufgeschnappt habe:

  • Ethan Beard von Facebook: “Mobile is cool. We’re gonna see a ton of devolpments. I will never count Microsoft out.”
  • Jason Goldman, Noch-Produktvorstand von Twitter, der auf LeWeb seinen Rücktritt verkündete: “Twitter muss sich nun darauf konzentrieren, ein Konsumerlebnis zu schaffen & z.B. Warcraft-Fans interessante Twitterer empfehlen.”
  • MySpace-Chef Mike Jones machte gut Wetter mit Rupert Murdoch: “Ich fühle mich sehr durch die News Corp unterstützt.”
  • Playfish-Manager Sebastien de Halleux: 1% bis 5% der Nutzer von Social Games kaufen Virtuelle Güter.
  • Dave Burke von Google: Near Field Communication schon jetzt in Japan großer Trend, daher nun auch bei Nexus S / Android.
  • Matthias Lüfkens vom Weltwirtschaftsforum Davos zum Thema Wikileaks: “Twitter Diplomacy is more secure than diplomatic cables.”
  • Google-Managerin Marissa Mayer: “Google kauft ungefähr einmal pro Woche eine Firma auf.”
  • Thomas H. Glocer, CEO von Thomson Reuters: “Reuters hat schon vor 40 Jahren User generated content eingeführt.” – Nämlich die Analysen von Banken aggregiert, aufbereitet & weiterverkauft.

#LeWeb 2010: Alexander Tamas von DST appelliert an Gründer

Dezember 9, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
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Alexander Tamas

Gerade habe ich hier bei der Konferenz LeWeb 2010 in Paris eine sehr interessantes Interview mit Alexander Tamas von Digital Sky Technologies (DST) gehört, dem russischen Investor, dem u.a. Teile von Facebook, Groupon und Zynga gehören. Er appelliert an Start-ups, nicht bloß zu gründen, um bald durch einen Verkauf schnelles Geld zu machen. Wenn ihn Start-ups kontaktieren und in ihrem Business-Plan auch schon eine Exit-Strategie auftaucht, findet er das einfach nur “lächerlich”. DST fährt bislang die Strategie, nicht als Frühphaseninvestor einzusteigen, sondern später, wenn sich zeigt, ob eine Firma wirklich eine nachhaltiges Konzept hat. Die Schwelle dafür ist bislang eine Firmenbewertung von 1 Mrd US-Dollar – wobei er zugleich einräumt, dass er nicht zuviel von Firmenbewertungen hält, solange sie nicht börsennotiert sind. Besonders in Europa fehlen ihm die Gründer mit einem echten Plan: “ln Europe, not enough role models of companies growing into global multibillion $ companies”, sagt er. Und weiter: “The issue in Europe: The first check comes, and the people sell out. You don’t have enough role models.” An seinen Investitionen Facebook, Groupon und Zynga schätzt er hingegen, dass die Gründer keine Eile haben, komplett zu verkaufen, und selbst ihre Unternehmen voranbringen wollen – sie hätten alle Visionen, die die Welt verändern sollen.

Update: LeWeb hat mittlerweile das komplette Interview mit Alexander Tamas ins Netz gestellt, sehr sehenswert: