iPad und die Sehnsucht nach Reduzierung

November 8, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Medien 

Stefan Niggemeier liefert eine der wohl besten Analysen zum Thema iPad und Verlage ab. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung schrieb er gestern u.a.:

Viele Anwendungen arbeiten mit der Metapher der Zeitung; die App der „Welt“ simuliert die groben Fasern von Papierkanten, an umgeknickten Ecken wird „umgeblättert“. Es spricht wenig dafür, dass das der Weg ist, junge Leute, die „Digital Natives“, die ohnehin wenig Erfahrungen mit Zeitungen oder Zeitschriften haben, nun auf diesem Gerät für die eigenen Inhalte zu begeistern. Aber die sind nach Meinung vieler Beobachter auch nicht die, die sich für ein iPad vorrangig begeistern können. Es ist eher eine ältere, analogere Generation.

Und:

Hier gibt es offenkundig ein Bedürfnis eines Teils der Mediennutzer nach Endlichkeit und Überschaubarkeit – im Gegensatz zum unendlichen, unüberschaubaren Internet. Es ist eine Sehnsucht nach dem Gefühl, eine Zeitschrift komplett „durchgeblättert“ zu haben, oder die Illusion, informiert zu sein, wenn man die ganze 20-Uhr-“Tagesschau“ gesehen hat. Das trifft sich bestens mit dem Traum vieler Verleger, um die eigenen Inhalte einen Zaun zu ziehen, am Eingang ein Kassenhäuschen aufzustellen und durch eine Taschendurchsuchung zu kontrollieren, dass niemand etwas mitgehen lässt.

Unbedingt den ganzen Artikel lesen! Derweil erzählt Springer-Chef Mathias Döpfner heute im großen “Handelsblatt”-Interview auf S. 8/9 eine Abkehr von der “Umsonst-Kultur des World-Wide-Web”: Die “Phase der kindlichen Begeisterung für die neue Technologie rund um das Internet” gehe erkennbar zu Ende. Ebenfalls eine spannende Lektüre. Online gibt es bislang nur Zusammenfassungen, entweder beim Handelsblatt oder bei turi2.

Update 17 Uhr: Nun steht auch das gesamte Döpfner-Interview online.

William Shatner und Dennis Coffey covern “F*** you”

November 5, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Musik 

Cee-Lo Greens Hit “Fuck you” läuft ja mittlerweile auf vielen Radiosendern rauf und runter, wobei bspw. MDR Jump und MDR Sputnik die unzensierte Version bringen, Bayern 3 hingegen die harmlosere Variante “Forget you” (hat die CSU da mitgeredet?). Und anders als von mir neulich noch kritisiert, gibt’s den Song nun auch als legales MP3 zu kaufen. Noch schöner freilich ist, dass sich selbst Promis mittlerweile an Cover-Versionen versuchen, so jüngst auch William Shatner in einer US-Comedyshow:

Noch besser gefällt mir aber die Variante von Dennis Coffey, einst Mitglied der legendären Motown-Studioband “Funk Brothers”, der übrigens 2011 nach über 20 Jahren Pause wieder ein Album rausbringen will:

DENNIS COFFEY is back in the studio recording a brand new album, signed up to Strut for release in 2011. As a teaser, he gathered together a crew of Detroit friends and associates for a video to his cover version of Cee-Lo’s hit, inspired by the Motown sound in which Coffey played a key role.

Studie von Grey & Google: Homo Connectus

November 4, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Medien, Web 

homo-connectusDie Agentur Grey hat zusammen mit Google Deutschland vor einigen Tagen die Studie Homo Connectus veröffentlicht. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie Werbungtreibende, PRler und Medien den vernetzten Menschen in Zeiten des “Always on” erreichen, fasst das noch recht junge Corporate Blog von Grey zusammen. Den “Homo Connectus” definieren die Macher so:

Alte Gewohnheiten behält man bei. Auch der Homo Connectus liest Zeitung. Aber digital. Über seinen RSS -Feed Reader auf seinem Smartphone. Die Zahl der Anwendungen je Endgerät steigt. Vom mobilen Telefon hat sich das Smartphone zum Life-Navigator entwickelt. Immer mehr Menschen nutzen es und es bestimmt nachhaltig das Medienverhalten.

Einige interessante Zahlen aus der Studie:

  • 59% sagen, sie wollen immer erreichbar sein
  • 55% veröffentlichen Texte oder Bilder im Netz
  • 11% surfen per Handy im Internet

Allerdings sehnen sich zugleich 57 Prozent danach, auch mal NICHT erreichbar zu sein. Und 15 Prozent fühlen sich schon mal genervt und überfordert.

Auf YouTube gibt’s zudem noch ein Video mit den Machern der Studie:

Der wohl interessanteste Beitrag über die Studie stammt von Matthias Schwenk. Auf Carta schreibt er nach einer langen Analyse abschließend:

Am Ende steht das große Wort “Beziehung” und damit ein anderes Menschenbild als jenes, welches das Marketing des 20. Jahrhunderts geprägt hat. Die digitale Gesellschaft ist damit so etwas wie ein Versprechen auf eine Zukunft mit mehr Beziehungen – intensiveren, aber auch komplexer zu handhabenden Beziehungen. Der vernetzte Mensch hat es jetzt buchstäblich selbst in der Hand.

Blick in die Zukunft der Mediennutzung

November 4, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Medien, Web 

Die Agenturen Dentsu London und Berg zeigen in zwei Videos, wie sie sich die Zukunft der Mediennutzung vorstellen. Digitale Medien werden demnach ständiger Begleiter im Alltag, kommunizieren aber zugleich dezenter. Das Projekt steht unter dem Motto “Making future magic”.

Video 1 + Beschreibung:

Here, media includes messages from friends and social services, like Foursquare or Twitter, and also more functional messages from companies or services like banks or airlines alongside large traditional big ‘M’ Media (like broadcast or news publishing).

Media surfaces: Incidental Media from Dentsu London on Vimeo.

Video 2 + Beschreibung:

In “The Journey” we look at the panoply of screens and media surfaces in a train station and the possibilities that open up from seeing them slight differently. There’s no real new technology at play in any of these ideas, just different connections and flows of information being made in the background – quietly, gradually changing how screens, bits of print ephemera such as train tickets, and objects in the world can inter-relate to make someone’s journey a bit less stressful, a bit more delightful.

Media surfaces: The Journey from Dentsu London on Vimeo.

Weitere Infos in den Blogs von Dentsu London und von Berg. (Gefunden via Netzpiloten)

Sesamstraße: There’s an app for that

November 3, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Spaß, Web 

Ein Video, das einfach Spaß macht: Die amerikanische “Sesame Street” nimmt die Apple-Werbung “There’s an app for that” aufs Korn.

Dreimal tolle Folien zu Social Media

November 2, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Web 

In den vergangenen Tagen sind mir gleich dreimal tolle Folien von Vorträgen zu Social Media begegnet, die ich an dieser Stelle gern nochmal mittels Slideshare dokumentieren will:

1. Social Media – den Hype auf den Boden bringen (2nd. Edition) von talkabout communications:

2. Social Media bei Daimler, Vortrag von Uwe Knaus:

3. Impact of Social Media on Journalism von Holger Schmidt:

Außerdem sehr empfehlenswert – How to: Gain influence on Twitter, ein spannender Beitrag bei Mashable. Apropos Twitter: Ich bin nun endlich auch auf Twitter und Sie können mir hier folgen.

Gelbe Wand in Street View

November 2, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Sport 

Google hat heute die erste deutschen Bilder von Street View veröffentlicht, als kleine Preview gibt es Aufnahmen von einigen Fußballstadien sowie Sehenswürdigkeiten. Die “Gelbe Wand” von Borussia Dortmund ist auch schon online, leider menschenleer. Hier das Westfalenstadion:


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