Link-Tipps vom 25.11.2010

November 25, 2010 by Florian Treiß · 1 Comment
Filed under: Allgemein, Musik 
  • Jay-Z wirbt für sein neues Buch “Decoded” in den Staaten mit einer viralen Ambient-Media-Kampagne, z.B. mit Einweg-Tischdecken in Restaurants. whudat.de
  • Bei npr.org gibt’s ein 45-Minuten-Beitrag/-Interview mit Jay-Z zu “Decoded”.
  • Mittlerweile sind alle sechs Teile der Miniserie “New York Minute” bei arte.tv online.
  • Und in eigener Sache: Ich hab den Fragebogen “Personal Look” von André Paetzel ausgefüllt, hat viel Spaß gemacht und ist jetzt online bei logolook.de

3x Kanye West

November 24, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Musik 

Kanye Wests neues Album “My Beautiful Dark Twisted Fantasy”  ist seit Freitag draußen. Dazu drei feine Lese-Tipps:

1. “My Beautiful Dark Twisted Fantasy” ist so schamlos überladen, so unverstellt prahlerisch und gleichzeitig so rührend in seinem kindlichen Heischen nach Anerkennung und Liebe, dass man es einfach nicht hassen kann. Es ist grotesk und hässlich, aber auch wunderschön. Und ja, Kanye West ist ein Vollidiot und ein krankhafter Narziß. Aber er ist eben auch ein Genie.” -> Andreas Borcholte bei Spiegel Online.

2. A MUSICAL HAPPENING IN A MOST UNUSUAL PLACE. In the space of six months, Complex editor-in-chief Noah Callahan-Bever confided in Kanye, flew to Hawaii, and found himself in rap nerd Nirvana. -> großartige Reportage bei complex.com.

3. The Internet Has Many Faces: A Crowd-Sourced Interview With Kanye West. Letting the mountain of coverage stand in for answers to the questions he’ll never answer. -> interessante Presseschau bei npr.org

Wieso wettert Hubert Burda so heftig gegen CPC?

November 17, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Medien 

Hubert BurdaVDZ-Präsident Hubert Burda wettert heute im Fachdienst Meedia sowie in der FAZ gegen das “Cost per Click-Drama” bei der Abrechnung von Online-Werbung. Er beklagt, dass Verlage im Web oft nur für Kaufimpulse bezahlt werden und nicht pauschal für die Aufmerksamkeit der Konsumenten wie im Print oder TV (vgl. auch Zusammenfassung bei turi2):

“Die CPC-Abrechnung und das Überinventar durch Communities  haben die Preise kaputt gemacht und die Brandingleistung nicht vergütet. Am Ende blieben eben die Pennies hängen – bis auf wenige große Redaktionsmarken: für Google vielleicht Milliarden Mal. Für uns: vielleicht eine Million. Und eine Million mal 30 Cent sind eben nur 300.000.”

Und weiter:

“Wir haben das CPC-Modell für Google-Anzeigen akzeptiert, weil wir uns auf ihre Währung eingelassen haben. Und dann kamen noch die Werbekunden, die sagten: Endlich haben wir ein Modell, wo wir die Response auf eine Kampagne genau messen können.”

Was mich daran irritiert, sind zwei Dinge:

1. Wieso hält er CPC für so problematisch? Zumindest größere Websites verkaufen ihre großen Werbeflächen ja durchaus zum Festpreis, siehe die offizielle Website von Burdas Vermarkter Tomorrow Focus, der einen Listenpreis von 35 bis 90 Euro TKP (tausend Kontakte) verlangt. CPC-Werbung sollte bei einer gut vermarkteten Website allenfalls für Restplätze, die nicht regulär zum Festpreis verkauft wurden, verwendet werden. Und da ist es ja dann wohl nicht so schlimm, wenn überhaupt ein paar Pennies abfallen statt gar nix.

2. Burda sagt, um das CPC-Drama zu beenden, sei Tomorrow-Focus-Obervermarkter Christoph Schuh mit Google “in den aktiven Dialog über neue Währungsgrößen neben dem Click getreten, der konstruktiv verläuft.” Doch ist das überhaupt die richtige Adresse? Ist Google Schuld, dass Tomorrow Focus zu wenig Festpreis-Werbung verkauft? Ich kann da auch die Kausalität nicht nachvollziehen. Und ganz ehrlich: Wie will ausgerechnet ein deutscher Verlag den US-Giganten dazu bewegen, das ganze AdSense-System umzustellen, was ja so wunderbar auch den Long Tail der kleineren Firmen erschließt? Natürlich ist es nicht ganz einfach, jeden Performance-orientierten Kunden zu überzeugen, dass er auch mal Imagewerbung zum Festpreis schalten soll.

Ebenfalls lesenswert zum Thema: Thomas Knüwer.

Fünf Gründe, wieso Android besser ist als das iPhone

November 15, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Web 

Cnet zeigt in diesem schönen und witzigen Video hier fünf Gründe, wieso Android-Smartphones dem iPhone überlegen sind. Als da wären:

5. Open Source: Auch wenn’s schreckliche Apps mit vielen Bugs gibt, so wird man als User doch wie ein Erwachsener behandelt und nicht als kleines Kind
4. Echtes Multitasking: Erwachsene wollen selbst entscheiden, wieviele Sachen sie gleichzeitig machen
3. Flash-Unterstützung: Macht braucht nicht für alles eine App und schleppt so unnötigen Ballast mit sich rum, weil die Dinge direkt im Browser laufen
2. Endgeräte: Man kann zwischen rund 80 Geräten wählen, bei Apple nur zwischen 1,5 Geräten
1. Netzbetreiber (ok, gilt jetzt v.a. nur noch für die USA): Man hat die freie Betreiber-Wahl und muss nicht zu AT&T gehen

In dem Zusammenhang noch ganz interessant: Die Financial Times hat heute kritische Stimmen zu Apples neuem Werbesystem iAd zusammengetragen, die businessinsider.com so zusammenfasst:

  • “They are expensive and a pain to deal with,” said one media agency’s digital chief.
  • “Apple is in a weaker position than you’d think,” said another agency’s digital leader.
  • “Apple is still figuring out how to sell advertising,” said one senior marketing group executive. “You don’t just become a sell-side media company overnight. The infrastructure is missing at Apple right now.”
  • That same executive: “Clients don’t really take it that seriously yet. It goes in the experimental category, along with most of the rest of mobile advertising.”
  • Alexandre Mars, chief executive of Phonevalley, Publicis Groupe’s mobile agency: “They had some issues with the timing. The interaction with Apple was not easy.

Social Media Effects 2010 – Folien von Tomorrow Focus

November 15, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Web 

Der Online-Vermarkter Tomorrow Focus hat in einer Befragung von 1.100 Internetnutzern herausgefunden, dass 38 Prozent von ihnen Social Networks nicht nutzen, während 41 Prozent sie oft  oder sehr oft nutzen. Die wichtigsten Funktionen dabei: Der Austausch von Nachrichten (56 Prozent) sowie Chats (51 Prozent). Wermutstropfen für Social-Marketing-Leute: Nur 10,7 Prozent finden Fanseiten wichtig. Wer sich auf eine Fanseite verirrt, erwartet dann v.a. aktuelle Neuigkeiten und Informationen (85 Prozent), der direkte Kontakt und die Interaktion mit dem Fanseiten-Betreiber sind für 51 Prozent wichtig. Ebenfalls interessant: 41 Prozent sagen, dass sie in ihren Profilen Musik-, Film- und Buchpräferenzen nennen – ein wichtiger Baustein für personalisierte Werbung. Hier die Folien von Slideshare, alternativ kann man Sie auch als PDF herunterladen.

Ein Herz für: MC Winkel, Testspiel.de, Grey Blog, Grübelei.de, Jens Weinreich

November 15, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Musik, Sport, Web 

ein-herz-fuer-blogs-vier

Heute läuft wieder die Aktion “Ein Herz für Blogs”, durch die die Vernetzung von Blogs untereinander gestärkt werden soll. Blogger empfehlen dabei gegenseitig andere Blogs (ähnlich also wie Twitterer beim “Follow Friday”, nur läuft die Aktion seltener). Die Aktion ist zwar etwas in Verruf geraten, weil den Initiatoren unterstellt wird, sie würden dadurch nur Suchmaschinenoptimierung für ihre eigenen Blogs betreiben, doch das ist mir eigentlich auch egal. Mitinitiator MC Winkel schreibt zu den Vorwürfen übrigens:

Ich bin gespannt auf Eure Beiträge, möchte aber bei der Gelegenheit auch betonen, dass es selbstverständlich keine Verbindlichkeit ist, mich/uns als austragende Blogs zu erwähnen/zu verlinken. Ihr könnt das natürlich gerne tun, grundsätzlich geht es aber darum, Euren Lesern Eure Lieblingsblogs vorzustellen. “It’s all about Liebe für deutsche Blogs!” – und keine SEO-Aktion!

Ich denke zudem, es sollte ab sofort gar keinen Initiatoren/Hauptveranstalter für diese Aktion mehr geben, denn: wozu?! Lasst uns feste Termine vereinbaren – wie wäre es jährlich mit dem 15.11. (sowie 15.05.) für einen (zwei) bundesweite(n) “Ein Herz Für Blogs”-Tag(e)? Einfach vor/an den jeweiligen Tagen selbtständig per twitter/facebook/Blog an die Aktion erinnern und loslieben – dann gibt es nicht ständig dieses Theater, war ja fürchterlich! Danke für Eure Teilnahme – Peace.

Wie auch immer: Robert Basic erklärt in einem schönen Beitrag, wieso es so sinnvoll ist, sich untereinander zu verlinken, eine warme Leseempfehlung von mir.

Und nun also fünf Link-Empfehlungen von mir, deren Lektüre sich lohnt:

  • MC Winkels Blog whudat.de – für Fans von Hip Hop, skurrilen Internetfundstücken und schrägen Vodcasts genau das richtige.
  • Testspiel.de – quasi die etwas seriösere Variante für Musikfans.
  • Grey-Blog, ein noch recht junges Corporate Blog der Werbeagentur Grey mit interessanten Hintergrundberichten zu Social Media, Mobile Web etc.
  • gruebelei.de – Ansichten eines Basketballfans: Wie der Name schon sagt & m. E. eines der interessantesten Blogs zu Basketball in Deutschland.
  • jensweinreich.de – das wohl kritischste Blog zu Sportpolitik im Lande.

Breakdance mit klassischer Musik

November 15, 2010 by Florian Treiß · 2 Comments
Filed under: Musik 

Ein großartiges Breakdance-Video der Crew Ensoul Collaboration und Regisseur Devin Graham, die in Slow Motion zeigen, wie wundervoll ästhetisch Breakdance ist – untermalt mit klassischer Musik statt Hip Hop. Gefunden beim Emser.

2x Soul: Mayer Hawthorne & Aloe Blacc

November 13, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Musik 

Zum Wochenende zwei Tipps aus dem Bereich Soul:

1. Rob Hoerburger fragt im New York Times Magazine: Can a nerd have Soul? Er porträtiert Mayer Hawthorne, den “Eminem des Soul”, sprich: einen weißen Soulsänger, der zumindest in den USA schon sehr erfolgreich ist.

Mayer Hawthorne was born almost 13 years after the Supremes’ Motown classic “You Can’t Hurry Love” first lit up radio waves and dance floors.

Wer Mayer Hawthorne noch nicht kennt – hier sein Video zu “Maybe so maybe no” von 2009:

Und ein Video-Interview des “Guardian” mit ihm ist auch ganz interessant, inklusive eines kleinen Konzert-Ausschnitts:

+++

2. Jonathan Fischer schreibt bei Spiegel Online ein feines Porträt über Aloe Blacc:

Wenn Erotik und Sozialkritik zueinander finden: Mit “I Need A Dollar” hat Aloe Blacc die Radios erobert. Die Wurzeln des Ex-Wirtschaftsberaters liegen im HipHop, aber mit altmodischem Songwriting und viel Glut in der Stimme schenkt er einem alten Genre eine neue Zukunft: dem “Message-Soul”.

4x HipHop: Common, Looptroop, Reen & Jay-Z

November 10, 2010 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Musik 

Vier feine Fundstücke aus dem Bereich Hip Hop von heute:

1. Common Ft. Lupe Fiasco & Jennifer Hudson No I.D. – “We Can Do It Now”. Großartiger Soul-Intro von Jennifer Hudson, danach geht’s raptechnisch ab – plus schicke Basketball-Bilder (weitere Infos & MP3-Download bei MC Winkel):

+++

2. Looptroop Rockers – “On Repeat”. Die Schweden schämen sich in ihrem neuen Song dafür, dass neuerdings eine rechtsradikale Band im schwedischen Parlament sitzt (weitere Infos bei testspiel.de):

+++

3. Mc Rene a.k.a. Reen rappt heute weniger, sondern versucht sich als Stand-up Comedian. Gerade war er zum zweiten Mal bei “Nightwash” (mehr Infos in Reens Blog):

+++

4. (ohne Video) Jay-Z bringt am 22. November in den USA sein Best-of-Album “Hits Collection Vol. 1″ raus. Dazu hat er eine flashige Microsite gestartet mit tollen Bildern von New York und den Meilensteinen seiner Karriere. Zeit nehmen und ausprobieren! Gefunden via Mashable.

Handelsblatt pinocchiot weiter – über Ende der Gratiskultur

November 8, 2010 by Florian Treiß · 2 Comments
Filed under: Medien 

Vergangene Woche verlieh Thomas Knüwer einen Pinocchio des Tages an “Handelsblatt”-Chefredakteur Gabor Steingart – und heute habe ich so meine Zweifel, ob nicht auch die heutige Titelgeschichte “Rückkehr der Normalität” zur Zukunft der Medien eine etwas lange Nase bzw. lange Beine hat. Mittlerweile ist die Story auch online verfügbar – Das Ende der Gratiskultur ist gekommen, lautet die noch griffigere Headline auf handelsblatt.com. Der Teaser lautet im Web:

Zwanzig Jahre nach der Erfindung des Internets bricht eine neue Epoche an. Inhalte gibt es künftig nicht mehr umsonst. Medienunternehmen führen weltweit immer mehr Bezahlangebote im Web und in der Mobiltelefonie ein und haben damit großen Erfolg.

Munter geht’s weiter:

Auch in Deutschland geht die Umsonstkultur zu Ende. Springer hat bereits 280 000 Apps von “Bild” und “Welt” verkauft. Angesichts der Tatsache, dass es hierzulande nur knapp zwei Millionen iPhones gibt, eine beachtliche Zahl. “Bild” ist mittlerweile die meistverkaufte Nachrichten-App des Landes.

Und in einem begleitenden Infotext heißt es schließlich zur Einführung von Paid Content bei Rupert Murdochs britischer “Times”:

Die ersten Ergebnisse des Experiments sind ermutigend: Die Zahl der “Times”-Nutzer ist weit weniger dramatisch zurückgegangen, als einige Experten im Vorfeld prophezeit hatten. Von einem Kundenexodus von bis zu 90 Prozent war ursprünglich die Rede. Nach Angaben der Marktforscher von Nielson ist die Zahl der individuellen Nutzer (Unique Visitors) jedoch lediglich um 42 Prozent auf 1,78 Millionen pro Monat gefallen.

Das Problem an diesen beiden Artikeln ist: Sie stehen auf dünnen Füßen. So fragt sich Focus-Online-Redakteur Björn Sievers berechtigterweise auf Twitter:

Hab ich was verpasst? Wer war das noch gleich mit dem "großen Erfolg" mit Bezahlinhalten im Netz? http://bit.ly/a5mznJ #paidcontent

Die Aussagen des Titelthemas wie “Inhalte gibt es künftig nicht mehr umsonst”, für die das “Handelsblatt” immerhin sechs Redakteure eingesetzt hat, sind einfach viel zu pauschal und gehen zu sehr in eine Richtung, kritische Stimmen, dass Paid Content nicht oder nur eingeschränkt funktioniert, gibt es nicht. Das wird schon deutlich beim angeblichen Beweis, dass Rupert Murdochs “Times” gar keinen großen Kundenexodus hat. Doch die zitierte Nielsen-Studie spricht eine andere Sprache: Zwar liegt der Schwund von Unique Visitors tatsächlich bei nur 42 Prozent – doch das bezieht sich nur auf die Startseite, die weiterhin kostenlos ist und nur kurze Teaser bietet. In der Nielsen-Studie steht aber auch, dass faktisch nur 12 Prozent der Unique User danach tatsächlich für Artikel hinter der Paywall zahlen. Das zeigt diese Grafik aus dem Nielsen-Blog, wo noch weitere Details stehen:

times-uk-paywall

Somit sind wir also doch wieder bei 90 Prozent, sorry, 88 Prozent Nutzerschwund. Wer es dann als einen Fakt verkauft, dass es Inhalte künftig nicht mehr umsonst geben wird, der legt vor allem eines hin: Eine sehr steile These.

Zudem bleibt fraglich, wieviel Geld Springer denn nun überhaupt mit seinen tollen Apps verdient. Denn die 280.000 gekauften Apps von “Bild” und “Welt” fürs iPhone kosten einmalig erstmal nur 79 Cent bzw. 1,59 Euro pro Download. Das sind also nur Peanuts. Und wenn Springer über diese Apps im Anschluss eine nennenswerte Anzahl von Abos verkauft hätte, hätte der Verlag die Zahl bestimmt schon veröffentlicht. So bleibt die Frage, wie solche doch recht billigen Apps jemals nennenswerte Umsätze liefern sollen. Zum Vergleich: “Bild” verkauft an einem einzigen Tag über 3 Mio gedruckte “Bild”-Exemplare zum Copypreis von mindestens 50 Cent.

Update 9.11.: Marcel Weiß hat die Berichterstattung des “Handelsblatts” zu Paid Content auf neunetz.com zerpflückt.

Update 10.11.: Auch der ehemalige “Handelsblatt-Redakteur Thomas Knüwer hat die Story nun auseinandergenommen: Autosuggestion beim “Handelsblatt”.

Nächste Seite »