Ice Cube: Drink the Kool-Aid
Ice Cube meldet sich zurück: Bald erscheint sein neues Album “I am the West”, und nun ist die erste Single draußen: “Drink the Kool-Aid”. Und nun ab ins Wochenende!
TV-Tipp: Birth of Groove am 12.8. auf Arte
Mal kommentarlos der Pressetext für den Film “Birth of Groove” von Jean-Alexander Ntivyihabwa, am 12.8.2010 um 22.40 Uhr zu sehen auf Arte. Klingt vielversprechend für jeden Soulfan!
Die 60er – das waren auch die Jahre von Motown und Stax. Der Soul wurde geboren und brachte ein ganz neues Gefühl in den musikalischen Mainstream. Ray Charles, Sam Cooke und James Brown verbanden Elemente des Gospels und Blues zu einem leidenschaftlichen, rhythmischen Sound mit positiver Grundschwingung. Es groovte!
Sharon Jones von den Dap-Kings erläutert im legendären New Yorker Apollo die bis heute gültige Wucht und das so einzigartige Feeling dieses Sounds. The Dap-Kings, das ist jene Formation, die Amy Winehouse musikalisch ihren Welterfolg ermöglichte. Und im Apollo standen in den 60ern Größen wie Sam Cooke und Diana Ross & The Supremes auf der Bühne. Ebenso Martha Reeves, die nicht zuletzt ihren Jahrhunderthit “Dancin’ in the Streets” kommentiert, den sie gemeinsam mit den Vandellas sang.
Die Dokumentation begibt sich an die Geburtsstätten des Soul in Detroit und Memphis. Über einen schlichten Hitreigen hinausgehend erhellt die heutige Sendung den soziokulturellen Hintergrund des Soul: In ihm erklingt die Forderung der Afroamerikaner nach dem Ende der Segregation und vollen Bürgerrechten. Soul wird zum Soundtrack für die amerikanische Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King und Malcom X, das Motown Label zum Vehikel wirtschaftlicher Eigenständigkeit.
Gil Scott-Heron, Legende und Vorreiter des Rap wie auch des Poetry Slam, trägt trotz Barack Obama bis heute noch viel Wut im Bauch über die Zwiespältigkeit der Erfahrungen zu Zeiten der Bürgerrechtsbewegung und wird sie in der Dokumentation zum Ausdruck bringen. Und mittendrin auch Leiber & Stoller: Denn die haben den Welthit “Stand by Me” geschrieben …
Wer sich eine Erinnerungsmail schicken lassen will, um’s nicht zu verpassen, kann das bei arte.tv.
Sharon Jones & Dap-Kings live in Deutschland 2010
Was für eine freudige Nachricht: Sharon Jones & The Dap-Kings kommen im Oktober für fünf Konzerte nach Deutschland. So komme ich dieses Jahr hoffentlich doch noch in den Genuß, die Soul-Lady live zu sehen – beim New-York-Urlaub war ihre Vorstellung im Apollo Theatre leider schon ausverkauft. Die Termine, gefunden via testspiel.de und Soulkombinat:
Sa. 16.10.2010 Köln, Live Music Hall
Di. 19.10.2010 Berlin, Huxley’s
Mi. 20.10.2010, Hamburg, Grosse Freiheit 36
Do. 21.10.2010 Bonn, WDR TV Rockpalast
Fr. 22.10.2010 München, Tonhalle
Zur Einstimmung ein Live-Auftritt von Sharon Jones auf dem Newport Folk Festival, aufgenommen von NPR, der sich übrigens auch völlig legal als MP3 herunterladen lässt:
Zur Erinnerung nochmal ein paar Infos, wer Sharon Jones ist: Als sich die Soulsängerin um einen Plattenvertrag bewarb, hörte sie nur: “Zu klein. Zu fett. Zu schwarz. Zu alt.” Mittlerweile ist sie 54 Jahre alt – und hat seit April ihr großartiges viertes Album auf dem Markt: I learned the hard way. Ihre Band The Dap-Tones spielte übrigens schon als Studioband für Amy Winehouse, doch nur mit Sharon Jones hat sie ihre volle Wirkung. Soul, der absolut authentisch ist und irgendwie klingt, als stammende er aus den 1960ern, und das im Jahr 2010. Weiterführende Links:
- Sharon Jones im Interview: “Ich bin Soul” auf jetzt.de
- Sag niemals Retro! von meinem Lieblingsmusikkritiker Jonathan Fischer auf Zeit Online
- Album der Woche bei detektor.fm im April 2010
- Die Raureife, noch ein Text von Jonathan Fischer aus dem Oktober 2007 bei Spiegel Online
Phil Collins covert Motown: Heatwave
Phil Collins bringt nach acht Jahren Pause am 10. September sein neues Studioalbum “Going back” raus – und eines ist sicher: Es wird stark polarisieren. Denn die Scheibe enthält ausschließlich Cover-Versionen mehr oder minder erfolgreicher Soul-Songs aus den 60ern, vor allem aus der Hitfabrik Motown. Gestern verlinkte ich bei Facebook die erste Single-Auskoppelung “Heatwave”, ursprünglich 1963 von Martha Reeves and the Vendellas eingespielt und damals Nummer 1 der Billboard-Charts.
Hier das Video von Phil Collins, bei tape.tv gibt es das auch noch etwas größer zum Anschauen:
Und hier das Original von Martha Reeves:
Die Kommentare bei Facebook waren seeeeehr unterschiedlich, ich hab die anderen Personen mal anonymisiert:
Person A: buäh! collins ist so ein brechmittel…
Florian Treiß: Das Original ist für mich einer der schönsten Songs überhaupt. Vielleicht werden sich da durch Collins’ Retro-Album auch mal ein paar Leute für die Original-Songs interessieren, hoffe ich mal.
Person B: Ach, immer dieses Gemecker über Phil Collins. Dabei hat er so viele sensationelle Balladen geschrieben, ist ein integrer, sympathischer Typ, und dieses Lied hier mit dem schönen Saxophonsolo ist auch entspannte Musik beim Autofahren.
Person A: Ob SEINE Balladen sensationall sind, ist wohl Geschmackssache. Mich nervt vor allem, dass er anderer Leute Liedgut verschandelt und so lange weichspült, bis es einem zu den Ohren rauskommt und man sich nicht mal mehr die Originale anhören möchte.
Person C: Naja, also ich hab in meinen Teenager Tagen über Phil zur Musik gefunden. Heute weiß ich, dass er – um es mal freundlich zu sagen – nicht der großartigste Musiker aller Zeiten ist – das war vor allem auf dem Genesis-Konzert vor zwei Jahren ziemlich deutlich – aber trotzdem. Ich finde er hat eine Menge richtig guter Songs geschrieben – und diese Coverversion ist doch okay. Da habe ich erheblich schilmmeres in den vergangenen Jahren in den Charts gehört.
Mir bleibt nur zu sagen: Danke Phil Collins, dass Du die Pietät besitzt, das Album nicht pünktlich zum 50. Geburtstag von Motown zu veröffentlichen – der wurde nämlich schon letztes Jahr gefeiert. Ansonsten: Die Single “Heatwave” finde ich recht gelungen, aber das Original von Martha Reeves ist und bleibt das bessere Original.
Weitere Infos bei motor.de, bild.de, soulsite.de und im Video bei Becker & Heller.
Link-Tipps vom 3.8.2010
Irgendwie hab ich tagelang das Bloggen versäumt, nun mal ein paar gesammelte Links der vergangenen Tage und von heute
- Wer sich entblößt, schützt seine Privatsphäre mitunter am Besten, zeigt Leander Wattig am Beispiel von Schauspieler Ashton Kutcher, der Twitter mit Fotos flutet, um uninteressant für Paparazzi zu werden.
- Nur vier Prozent aller Ehen in Deutschland werden zwischen Ost- und Westdeutschen geschlossen. Wer schuld ist? Die Wessis: Mit ihrer Eitelkeit! Mit ihrer Arroganz! …findet unsere Autorin. Eine Abrechnung. Das schreibt das SZ-Magazin.
- Wer pinkelt, verliert: Achim Achilles über seine Lauferlebnisse im Central Park in New York.
- Vodafone analysiert mit der neuen Facebook-App Boost das persönliche Facebook-Netzwerk und zeigt zum Beispiel auf, wer der persönliche Facebook-Doppelgänger ist. Amüsant.
- Die Bundeswehr will mit einem eigenen YouTube-Kanal gegensteuern gegen inoffizielle Videos nach dem Motto “Langeweile bei der Bundeswehr”. Sehenswert: Der historische Beitrag Die Braut im Spind von 1969.
- iPad für Ältere? Die “FAZ” konfrontiert Frankfurter Senioren mit Apples Tablet-Rechner – und stößt auf wenig Begeisterung.



