« Sixt und die Aschewolke | Rüttgers ist kein Held »

Unbundle the Bundle

16. April 2010 · Kategorien: Journalismus, Medien 

Georg Mascolo, Karen Heumann, Claus Strunz - Copyright: obs/news aktuell

“Unbundle the Bundle” – mit diesem markigen Claim hat Claus Strunz (im Foto rechts) vom “Hamburger Abendblatt” bei einer Podiumsdiskussion von news aktuell seine Meinung zu Paid Content kundgetan, die ich nur unterschreiben kann. Denn was man im Bereich Paid Content bislang sieht, sind Abo-Modelle: So kann man die Website des “Hamburger Abendblatts”, eine der wenigen in Deutschland mit Bezahlmodell, nur dann vollständig nutzen, wenn man a) ein Print-Abo hat oder b) ein Online-Abo für 7,99 Euro abschließt. Wieso aber kann ich als Gelegenheitsnutzer nicht einfach ab und zu mal einen einzelnen Artikel kaufen? Springer gewährt diese Möglichkeit bislang nicht – und ich kaufe bestimmt kein Abo, weil ich in Leipzig wohne und nur ab und zu einen Text aus Hamburg lesen will. So verschenkt die Zeitung momentan die Möglichkeit, den Long Tail zu erschließen, eines der wichtigsten Geschäftsmodelle im Internet. Dabei kennen sie dieses Geschäftsmodell doch eigentlich auch aus dem Print: Dem Einzelverkauf einer gesamten Zeitung nämlich, und selbst der ist beim “Abendblatt” momentan im Web nicht möglich, vermutlich wegen Vorgaben aus der Springer-Konzernzentrale. Claus Strunz sind also die Hände momentan gebunden. Georg Mascolo vom “Spiegel” (im Foto links) stellte sich bei der Diskussion prompt dagegen: “Verkaufen wir weiterhin eine Wundertüte! Ich bin gegen ‘unbundle the bundle’”. Doch das ist meiner Meinung nach “einsnullig”. Strunz hat Recht, dass die Verleger lieber von der Musikindustrie lernen sollten, für die der Einzelverkauf von Musik-Downloads mittlerweile ein wichtiges Standbein ist.

Weitere Infos zur Diskussion bei news aktuell oder beim Hamburger Abendblatt, dort ausnahmsweise sogar kostenlos. Sehenswert ist auch das passende YouTube-Video.

Kommentare

Die Kommentare sind geschlossen.