Trommelwirbel: 1 Jahr trice.de als Blog

Oktober 15, 2007 by Florian Treiß · 6 Comments
Filed under: Allgemein, Web 

Hätte es fast verschlafen: Heute ist trice.de ein Jahr alt geworden. Bzw. dieses Blog hier, denn als Homepage habe ich die Domain schon viel länger im Betrieb gehabt. Mangels Zeit spare ich mir die große Analyse, so wie andere Leute es vielleicht tun würden. Aber ein paar Interna möchte ich doch schlaglichtartig zur Schau stellen:

  • erster Beitrag: trice.de 2.0
  • erfolgreichster Beitrag: Keine innere Pressefreiheit (2.431 Zugriffe laut Serverstatistik)
  • mein Lieblingsbeitrag: Think Tanks – Denken auf Vorrat
  • Suchbegriff, der die meisten Besucher von Google & Co brachte: “Klimaschwindel” (finde ich übrigens traurig – der zugehörige Beitrag weist aber immerhin drauf hin, dass es ein Klimawandel und kein Klimaschwindel ist)
  • meiste Seitenzugriffe/Besucher in einem Monat: August 2007 (34.103/4.382 laut SlimStat)
  • höchstes Technorati-Ranking: 78 am 8.10.2007
  • erste Zitation in einer Tageszeitung: Am 13. Oktober 2007 in der LVZ, siehe auch hier (leider ohne Erwähnung der Domain)
  • Co-Autorenschaft in anderen Blogs durch die Aktivitäten hier: heldenstadt.de (seit August 2007), turi2.de (seit Oktober 2007)

Soviel also dazu. Ich hoffe, dass ich trice.de auch in Jahr 2 regelmäßig mit Inhalten füttern kann, was aber durch meine Aktivitäten auf anderen Blogs immer schwieriger wird.

Smudo macht Zeitgeschichte

Oktober 13, 2007 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Musik 

…oder auch: Smudo von den Fantastischen Vier hat auf dem neuen Zeitgeschichte-Portal “einestages” von Spiegel Online einen Bericht geschrieben, in dem er sich an seine ersten Berührungen mit Black Music sowie an die Geburtsstunde der Fantas erinnert. Viel Spaß beim lesen!

Journalismus kann von Bloggern lernen

Oktober 11, 2007 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Journalismus, Medien, Web 

Das ist doch mal eine schöne These, die Klaus Jarchow bei medienlese.com aufstellt:

In den meisten Fällen geben Blogger bloß ihren Senf zur existierenden Agenda hinzu. Dann sind es der individuelle Stil, der Witz und der Charakter des bloggenden Alter Egos, die für den Zuspruch sorgen. Betrachten wir die Blogs versuchsweise als Vorbild, dann hieße die zwingende Folgerung für den Journalismus, dass er ebenfalls stärker ‘personenzentriert’ oder auch ’schriftstellerisch’ verfahren muss, statt ein obsolet gewordenes Objektivitätsideal noch länger so zu polieren, wie der Rentner seinen Opel Kadett.

Und noch zwei Beiträge zum Thema Journalismus und Blogs: 10 Thesen vom Deutschen Fachjournalistenverband und 10 Gegenthesen von Don Alphonso. Mal kurz den Anfang gegenübergestellt:

  1. “Blogs sind keine Konkurrenz zu journalistischen Angeboten, sondern eine Ergänzung. Sie können nicht auf die Infrastruktur von vollausgestatteten Redaktionen zurückgreifen und sind daher auf die Berichterstattung von Medien angewiesen. Ein Ersatz der traditionellen Medien durch diese neuen Angebote kann schon deshalb nicht stattfinden, weil zahlreiche Blogs Berichterstattung aus den Medien aufgreifen, zitieren und kommentieren und Diskussionen so erst angestoßen werden.”
  1. “Zeitschriften sind keine Konkurrenz zu Blogs, sondern irgendwo zwischen ignorant und parasitär. Sie greifen in der Regel schon aus Kostengründen nicht auf die Infrastruktur von vollausgestatteten Redaktionen der sog “guten alten Zeit” zurück und sind daher auf Diebstahl bei Wikipedia und Abtippen von Pressemitteilungen angewiesen. in Ersatz der Blogs durch diese neuen Angebote kann schon deshalb nicht stattfinden, weil zahlreiche Medien sich einfach hirnlos beim dpa-Ticker bedienen und sich einen Dreck drum scheren, welchen Bullshit sie da veröffentlichen – Debatten finden dort nicht statt.”

Die Preisfrage: Welche Eingangsthese mag wohl von wem stammen? :)

Von Bloggofanten

Oktober 9, 2007 by Florian Treiß · 1 Comment
Filed under: Journalismus, Medien, Spaß, Web 

Kurt Kister von der Süddeutschen Zeitung sei dank – es gibt jetzt den Bloggofant. Was den genau ausmacht und chrakterisiert, ist zwar noch nicht bekannt. Irgendwie muss der wohl was mit dem Internet zu tun haben oder so. Auf jeden Fall ist er erstmals auf Angela Merkels Afrika-Reise vom stellvertretenden SZ-Chefredakteur enttarnt worden:

Nein, Politiker reisen nicht, um Dinge oder Zustände im Ausland intensiv kennenzulernen. Dazu haben sie keine Zeit, und wenn sie sich doch Zeit dafür nähmen, dann würden ihnen etliche Reporter und zahllose Bloggofanten im Internet vorwerfen, dass das doch alles nur Politurlaub sei.
(Quelle: sueddeutsche.de)

(via1, via2)

Think Tanks: ECFR und Hintergrund

Oktober 8, 2007 by Florian Treiß · 1 Comment
Filed under: Politik, Think Tanks 

Vor wenigen Tagen wurde der ECFR gegründet, der European Council on Foreign Relations. Ziel dieses Think Tanks ist es unter anderem, Europa eine stärkere Stimme in der Außenpolitik zu verschaffen. Eines von ca. 50 Gründungsmitgliedern ist der ehemalige Außenminister Joschka Fischer.

Wo viele neugegründete Denkfabriken jahrelang im Kleinen arbeiten und sich erst einen Ruf erarbeiten müssen, heißt es beim ECFR klotzen statt kleckern: Man hat gleich in sieben europäischen Metropolen Büros eröffnet: In London, Berlin, Paris, Madrid, Rom, Warschau und Sofia – aber nicht in Brüssel, wohl da die wahren Entscheider in den Regierungen sitzen und nicht bei der EU. Denn Ziel eines solchen Think Tanks kann es natürlich nur sein, Einfluss auf die EU-Politik auszuüben. Kritiker meinen sogar, sie wollten die Politik privatisieren. Die Voraussetzungen für den ECFR sind auf jeden Fall nicht schlecht, so Daniel Florian von Think Tank Alert:

In Anbetracht dieser prominenten Unterstützung ist leicht abzusehen, dass der European Council on Foreign Relations schnell zu einem einflussreichen Akteur auf dem Brüsseler Parkett werden wird, zumal ja Joschka Fischer immer wieder Ambitionen auf den Posten des ersten EU-Außenministers nachgesagt werden.

Denn tatsächlich scheint alles generalstabsmäßig aufgezogen: Einer der Hauptsponsoren ist die Stiftung des US-Milliardärs George Soros. Außerdem ist der ECFR wohl einer der ersten Think Tanks mit angestrebtem Wirkungsbereich in Deutschland, der konsequent den Drehtür-Effekt (”Revolving Door”) zu nutzen versucht: Das meint den Wechsel von aktiven, prominenten Politikern in die Politikberatung und umgekehrt.

Weiterführende Links:

TV-Tipp: Taxi zur Hölle

Oktober 8, 2007 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Fernsehen, Journalismus, Medien, Politik 

Heute (Montag) um 20.40 Uhr auf ARTE: “Taxi zur Hölle”, die neue Dokumentation von Alex Gibney (Regisseur von “Enron – The Smartest Guys in the Room”). In seinem neuen Film versucht Gibney nachzuweisen, dass Folter in der US-Armee System hat. Der Tagesspiegel hat den Film schon gesehen und ist sehr angetan. Mehr auch auf der Website von ARTE.

Der Film macht den Auftakt zur Reihe “Demokratie für alle?”, die nicht nur auf ARTE läuft: In über 30 Ländern werden die 10 Dokumentationen und 24 Kurzfilme gezeigt. “Es ist das größte uns bekannte weltweite TV- Dokumentarfilmprojekt”, sagen die Macher. Klingt aber auch ohne diese Selbstbeweihräucherung sehr spannend und sehenswert.

Nachtrag: Wer’s verpasst hat – man kann sich den Film nun auch online anschauen.

Mehr bei turi2

Oktober 7, 2007 by Florian Treiß · Kommentare deaktiviert
Filed under: Allgemein, Medien, Web 

Wie berichtet, werde ich in Zukunft regelmäßig bei www.turi2.de schreiben. Nach einigen Tagen Einarbeitung habe ich heute das erste Mal eigenständig die Rubrik heute2 erstellt – die Wochenendnews für Medienmacher kann man hier nachlesen. U.a. geht’s darum, dass der Spiegel wegen großem Widerstand der Mitarbeiter KG offenbar nicht bei der Financial Times Deutschland einsteigen wird. Außerdem wird newskraft.de kurz vorgestellt, ein neues Lokalnachrichtenportal, dass in zwei Wochen an den Start gehen soll.

Free Burma – einen Tag danach

Oktober 5, 2007 by Florian Treiß · 2 Comments
Filed under: Politik, Web 

Wie viele andere Blogs auch habe ich gestern hier an der Aktion “Free Burma” teilgenommen. Dabei ging es um Protest gegen die brutale Militärdiktatur dort. Mittlerweile gibt es einige spannende Analysen zu der Aktion:

Jan Tißler schreibt bei Upload “vom Luxus des Protestes und der Macht der Blogs” und fragt sich, wie glaubwürdig die Aktion war:

Burma wird in diesem Blog wie in vielen anderen wohl kaum wieder eine Rolle spielen. Ebenso die hunderten oder tausenden anderen Konflikte und Ungerechtigkeiten auf dieser Welt. Mit ein bisschen Glück haben wir jetzt aber ein, zwei Blogger mehr, die sich für politische Themen interessieren. Und vielleicht werden die sich dann genau damit beschäftigen: alle diese Diktatoren, diese Kriege, Morde, Folter. Oder auch Hunger und Elend. Oder meinetwegen Umweltzerstörung.

Er ist auf jeden Fall begeistert über das Mobilisierungspotenzial der Blogs – auch wenn die Diktatoren in Burma dadurch natürlich noch lange nicht zurücktreten werden.

Vor allem aus wissenschaftlicher Sicht interessant ist Benedikt Köhlers Analyse der Mobilisierungsmuster innerhalb der Blogosphäre – in Windeseile hat er die Daten ausgewertet und eine Präsentation ins Netz gestellt, die ich hier auch gleich mal einbetten möchte. Dort sieht man gut, dass wenige zentrale Blogs als enorme Multiplikatoren funktionieren. Ganz neu ist diese Erkenntnis nicht, aber Benedikt Köhler gelingt so ein ziemlich guter Nachweis, dass dies bei der Free-Burma-Protestaktion so war:

Und wie habe ich diese spannende Präsentation entdeckt? Natürlich via Robert Basic, einem der wichtigsten Stützen und Multiplikatoren der Aktion. Er hat die Aktion natürlich ebenfalls ausgewertet. Er kommt zu einem positiven Fazit, ist aber traurig über die A-Blogger aus den USA, die sich nicht beteiligen wollten, so dass die Aktion letztlich vor allem in Deutschland und Italien groß wurde:

Obwohl wir über verschiedene Ecken an die herangetreten sind, haben wir nicht einen einzigen Ton von denen gehört, ob man uns helfen möchte oder wenn nicht, warum. Gerade weil die Uberblogger als internationale Drehscheibe dienen, hätte das annahmegemäß sehr gut geholfen, uns noch besser zu vernetzen. Aber nix. Gut, so isses, fertig. Da ich kein Feedback habe, warum da nix kam, kann ich keine Lehren draus ziehen, das ärgert mich letztlich am meisten. Wer das Warum nicht kennt, kann keine Schlüsse ziehen. Zumal das internationale Bridgebuilding (also das Verknüpfen der verschiedenen “Blognationen” untereinander), das hat auch diese Aktion gezeigt, steckt noch in den sehr frühen Anfängen und zZt fungiert das alles dominierende und international themensetzende Zentrum der Blogosphäre (USA) eher als eine Einbahnstraße ohne Rückkanal.

Free Burma

Oktober 4, 2007 by Florian Treiß · 2 Comments
Filed under: Allgemein 

Im Namen der Freiheit heute mein einziges Blogposting: Die Würde des Menschen ist unantastbar!


Free Burma!

Wenn Du die Aktion Free Burma auch unterstützen möchtest, trage Dich hier ein:

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Blog = Technik und/oder Inhalt?

Oktober 2, 2007 by Florian Treiß · 1 Comment
Filed under: Journalismus, Medien, Web 

Gerade in den Kommentaren bei turi2 gelesen: Eric Kubitz fragt, ob man prominente Blogs wie “Huffington Post” überhaupt noch Blogs nennen kann. Wäre es nicht passender, von Online-Magazinen zu sprechen, die lediglich noch auf Blogsoftware basieren? Sozusagen als billiges Redaktionssystem? Kubitz schreibt:

Damit will ich NICHT sagen, das ein Online-Magazin schlechter als ein Blog ist. Und auch NICHT, dass Blogsoftware eine schlechte Produktionsumgebung für News ist. Das sehen wir ja auf turi2. Aber sollten wir in einem Fall wirklich über Blogs reden oder über eine moderne Form des Online-Publishings?

Letztlich ist das wohl auch wieder nur die neueste Variante von Medienkonvergenz: Blogs werden kommerzialisiert und zu Online-Magazinen ausgebaut, während die Internetportale von “old media” immer häufiger selbst Blogs in ihre Angebote integrieren. Oder?

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