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Journalismus kann von Bloggern lernen
Das ist doch mal eine schöne These, die Klaus Jarchow bei medienlese.com aufstellt:
In den meisten Fällen geben Blogger bloß ihren Senf zur existierenden Agenda hinzu. Dann sind es der individuelle Stil, der Witz und der Charakter des bloggenden Alter Egos, die für den Zuspruch sorgen. Betrachten wir die Blogs versuchsweise als Vorbild, dann hieße die zwingende Folgerung für den Journalismus, dass er ebenfalls stärker ‘personenzentriert’ oder auch ’schriftstellerisch’ verfahren muss, statt ein obsolet gewordenes Objektivitätsideal noch länger so zu polieren, wie der Rentner seinen Opel Kadett.
Und noch zwei Beiträge zum Thema Journalismus und Blogs: 10 Thesen vom Deutschen Fachjournalistenverband und 10 Gegenthesen von Don Alphonso. Mal kurz den Anfang gegenübergestellt:
- “Blogs sind keine Konkurrenz zu journalistischen Angeboten, sondern eine Ergänzung. Sie können nicht auf die Infrastruktur von vollausgestatteten Redaktionen zurückgreifen und sind daher auf die Berichterstattung von Medien angewiesen. Ein Ersatz der traditionellen Medien durch diese neuen Angebote kann schon deshalb nicht stattfinden, weil zahlreiche Blogs Berichterstattung aus den Medien aufgreifen, zitieren und kommentieren und Diskussionen so erst angestoßen werden.”
- “Zeitschriften sind keine Konkurrenz zu Blogs, sondern irgendwo zwischen ignorant und parasitär. Sie greifen in der Regel schon aus Kostengründen nicht auf die Infrastruktur von vollausgestatteten Redaktionen der sog “guten alten Zeit” zurück und sind daher auf Diebstahl bei Wikipedia und Abtippen von Pressemitteilungen angewiesen. in Ersatz der Blogs durch diese neuen Angebote kann schon deshalb nicht stattfinden, weil zahlreiche Medien sich einfach hirnlos beim dpa-Ticker bedienen und sich einen Dreck drum scheren, welchen Bullshit sie da veröffentlichen – Debatten finden dort nicht statt.”
Die Preisfrage: Welche Eingangsthese mag wohl von wem stammen? :)



