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Wählen Journalisten die richtigen Nachrichten aus?
Laut einer Studie des Pew Research Center (Nachtrag: bzw. dessen Unterabteilung Project for Excellence in Journalism, wo die Ergebnisse noch ausführlicher festgehalten sind) anscheinend zumindest in den USA nicht. Eine Stichprobenanalyse hat nämlich ergeben, dass die Nutzer von digg, delicious und reddit in der letzten Juniwoche 2007 ganz andere Nachrichten für wichtig befunden haben als die Massenmedien bzw. die dortigen Redakteure. Die Agenda der drei Newsdienste wurde dafür mit den Top-Nachrichten von 48 Massenmedien in den USA verglichen. Während die Massenmedien vor allem über den Irakkrieg berichteten, interessierten sich die Nutzer der Netzdienste vor allem für’s IPhone.
Ich denke dennoch: Journalisten sollten deshalb nicht gleich an sich selbst zweifeln. Denn schließlich werden die genannten Dienste nicht vom Durchschnittsbürger genutzt. Auch wenn diese Web-2.0-Dienste nicht mehr nur von den sogenannten “early adopters” genutzt werden – mainstream sind sie ebenfalls nicht. Andererseits decken sich die Ergebnisse durchaus bspw. mit ReaderScan-Daten aus Deutschland: Die “Einschaltquoten” der “bunten Seiten” der Tageszeitungen liegen dabei regelmäßig höher als die von harter Politik.
Mehr zum Thema auch bei der Netzeitung.
Nachtrag 16.9.: Und auch bei den Beobachtungen zur Medienkonvergenz.
Nachtrag 17.9.: Jetzt gibt’s auch eine umfangreiche, wunderbar subjektive Analyse des Themas bei inadaequat. Ein Auszug:
Dass hier methodisch Äpfel mit Birnen verglichen werden , liegt auf der Hand : Da die Prominenz bestimmter User- generated News mit den Vorlieben ihrer Leser steigt , entsteht das Bild einer auf blosse Faits divers und Räuberpistolen ausgerichteten Berichterstattung . Hätte man die entsprechenden Ressorts der MSM ebenfalls nach der Anzahl tatsächlicher Leser ausgewertet , erschiene die Opposition “harte” vs. “softe” & “bunte” News weniger krass . Ohne diese Entzerrung bleibt ein schiefes Bild .



