« Blog-Scoop | Blogs als Quelle »
Mario Sixtus kritisiert Handelsblatt
Mario Sixtus, der als “Elektrischer Reporter” dem Handelsblatt schon seit geraumer Zeit einen erfolgreichen Video-Podcast liefert, hat Angst um die journalistische Qualität des Medienkonzerns Holtzbrinck, dem auch das Handelsblatt gehört. In seinem Blog schreibt er:
Es gibt Momente, in denen wünsche ich mir diese altmodischen Verlegerpersönlichkeiten zurück, die Journalismus nicht nur als Geschäft, sondern auch als gesellschaftliche Aufgabe begriffen.
Was ist geschehen? heise berichtet von einem Statement Konstantin Urbans, Chef der Internetsparte Holtzbrinck Networks, auf dem Medienforum Berlin-Brandenburg:
Holtzbrinck will demnach mit Internetplattformen wie Parship oder StudiVZ am Wachstum des Internetmarktes partizipieren, die Netzangebote aber lieber “losgelöst vom Stammgeschäft” im Printbereich betrachten. Für sein Haus könne er sich vorstellen, in den kommenden Jahren 500 oder 600 Millionen Euro zu erzielen. “Mehrwert” im Internet heißt für Urban, dem “Kunden das zu bieten, was er sucht”.
Das interpretiert Sixtus so:
“Losgelöst vom Stammgeschäft” kann eigenlich nur heißen: Mit Journalismus haben wir im Netz nichts am Hut. Den drucken wir auf Papier und gut ist. Die Kohle im Netz machen wir mit Partnerbörsen und Gruschelbuden. Sollen doch andere versuchen, Spiegel-Online zu zeigen, wo der Hammer hängt, wir machen bei diesem Rennen nicht mit. Und: Dem “Kunden das zu bieten, was er sucht”, kann wohl nur bedeuten, Holtzbrinck steigt demnächst ins Online-Porno-Geschäft ein, oder?
Die öffentliche Kritik am eigenen Auftraggeber ist ja nichts alltägliches. Schön, dass sich Sixtus dazu getraut hat!
