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Blog-Scoop
Ein Scoop ist das, was Journalisten eine exklusive und durchaus wichtig Meldung nennen, die sie als erste veröffentlichen und die dann im Idealfall eine breite Wirkung auch in anderen Medien bewirkt. Dem Blog Netzpolitik.org ist nun ein solcher Scoop gelungen, der erst mit einiger Verzögerung seine Wirkung entfaltet. Spiegel Online schreibt nämlich:
Das Bundeskriminalamt hat offenbar einen Computer-Trojaner fertiggestellt, der beliebige Rechner aus der Ferne durchsuchen kann. Das geht aus jetzt enthüllten Schreiben des Innenministeriums hervor. Der Bundes-Trojaner soll sogar Mobilgeräte ausspionieren können. [...] Das geht aus zwei Antwortschreiben des Ministeriums hervor, die das Internet-Portal Netzpolitik.org veröffentlicht hat.
Glückwunsch an die Kollegen von Netzpolitik.org zu diesem Scoop. Und schön, dass Spiegel Online wenigstens die Quelle nennt. Die Kollegen von sueddeutsche.de machen das nämlich nicht:
Aus der 22-seitigen Antwort seines Hauses auf einen Fragenkatalog des Bundesjustizministeriums, die sueddeutsche.de vorliegt, geht hervor, dass von einer Online-Überwachung alle “informationstechnischen Systeme” betroffen sein können.
Anderen die Lorbeeren stehlen kommt auf jeden Fall gar nicht gut. Die Ursprungsquelle darf man ruhig nennen! Denn sonst entsteht ein weiteres Beispiel dafür, dass der politische Einfluss von Blogs einfach nicht wahrgenommen werden kann.
Nachtrag: Auch Thomas Knüwer hat zum Thema einen lesenswerten Beitrag geschrieben, siehe Indiskretion Ehrensache. Und netzpolitik.org wundert sich darüber, dass die Medien, in den sie als Quelle genannt worden sind, von Online-Portal, Webdienst etc. sprechen, aber nicht schreiben, was es wirklich ist: Ein Blog.
Kommentare
5 Kommentare on Blog-Scoop
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Bloch & Kaminski on
Mi, 29th Aug 2007 17:55
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Basic Thinking Blog » Bundestrojaner und Blog-Scoop von netzpolitik on
Mi, 29th Aug 2007 19:02
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Blogs als Quelle | trice.de on
Do, 30th Aug 2007 09:21
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ondamaris on
Do, 30th Aug 2007 22:04
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ondamaris on
Do, 30th Aug 2007 22:05
Wie schreibt Kollege Knüwer so treffend: “Es wäre natürlich auch echt blöd gewesen, ein Blog als Quelle zu nennen, wenn das eigene Print-Feuilleton gerade diese Form der Online-Publikation als irrelevant und inhaltslos abgetan hat.” Im Prinzip spinnt die SZ damit nur einen Trend weiter, der im Journalismus insgesamt herrscht: Die Quelle einer Nachricht immer seltener zu nennen. Was für dpa etwa immer noch zwingend ist, wird bei einigen (Tages)zeitungen immer weiter aufgeweicht.
[...] und Infos zugespielt bekommen, die die Woche in den Medien rumgegangen sind. Siehe dazu auch Trice und Indiskretion Ehrensache, der das natürlich der Süddeutschen genüsslich aufs Brot [...]
[...] Blog-Scoop [...]
die quelle nicht oder nur eine indirekte quelle zu nennen ist gerade hierbei scheinbar weit verbreitet, die sz nur leidige ’speerspitze’. aber auch zb hier: http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1482
korrektur: auch hier http://www.teltarif.de/arch/2007/kw34/s26992.html (nicht im hb) istz die (erster-hand-) quelle nicht genannt
