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Update: Journalistisches Outsourcing
Ich hatte ja schonmal darüber geschrieben: Pasadena Now, eine Nachrichtenwebsite in Kalifornien, läßt neuerdings einen Teil der Lokalberichterstattung in Indien produzieren. In der Frankfurter Rundschau ist dazu heute ein ausführlicher Artikel. Darin bezieht der angeprangerte Verleger ausführlich Stellung:
Die Nachrichtenagentur Reuters, klagt der Herausgeber einer lokalen Nachrichtenwebsite in Pasadena, einem Vorort von Los Angeles, habe doch schon seit zwei Jahren ein Büro in Bangalore. Dort sitzen mittlerweile 1600 Journalisten, von denen mehr als 100 aus der Ferne über den US- Finanzmarkt berichten.
Und weiter heißt es darin:
Ihre Arbeit, so MacPherson, bestehe im rein mechanischen Ausformulieren dessen, was er ihnen vorgibt: “Ich entscheide noch immer selbst, was in eine Geschichte kommt und was nicht und worauf es ankommt. Ich habe nur nicht die Zeit, mich hinzusetzen und die Dinge auf den Punkt zu bringen.” Wirklich journalistisch, darauf besteht MacPherson, sei die Leistung seiner “Indian Connection” jedoch nicht. Die journalistische Kompetenz sei nach wie vor “Made in USA”.
Aber ein fader Beigeschmack bleibt weiterhin, zumal dies der erste Fall ist, das Lokaljournalismus ins Ausland verlaggert worden ist. Für deutsche Journalisten bleibt das sicher unverständlich, allerdings gibt es in der USA durchaus eine weitverbreitete Trennung von Rechercheur und Schreiberling. Das sollte man bei der Diskussion eben auch bedenken.



