Partizipativer Journalismus

April 25, 2007 by Florian Treiß · Leave a Comment
Filed under: Journalismus, Medien 

Bürgerjournalismus war gestern, jetzt kommt partizipativer bzw. kollaborativer Journalismus. Wired.com läßt via Assignment Zero gerade einen Artikel zur Experten-Wikipedia Citizendium recherchieren. Florian Steglich hat sich das Ganze mal näher angesehen und schreibt:

Ein paar “Allerdings” und offene Fragen: Wieviele der sich beteiligenden Amateure sind gar keine, sondern freie Journalisten, Journalistikstudenten, zumindest halbprofessionelle Schreiberlinge? Ist dieser Prozeß zeitaufwändiger für die Wired-Betreuer als selbst zu recherchieren (Katharina Borchert: “User generated content gibt es entgegen weitverbreiteter Meinung nicht umsonst.”)? 

HipHop bei National Geographic

April 25, 2007 by Florian Treiß · Leave a Comment
Filed under: Musik 

Heute hatte ich erstmals die deutsche Ausgabe der National Geographic in den Händen. Ok, die Zeitschrift gibt’s schon länger, aber ein Feature über HipHop zog mich in seinen Bann. Online gibt’s einen Teil des Artikels von James McBride auf jeden Fall auch, hier ein kleiner Vorgeschmack:

Ein Albtraum. Meine Tochter bringt einen Mann nach Hause und verkündet: “Papa, wir heiraten.” Er ist ein Rapper – den Mund voller Goldzähne, ein Tuch um den Kopf, mit aufgeblasenem Bizeps und in Gangsterpose. Der Albtraum geht weiter: Ehe ich mich versehe, höre ich das Getrappel kleiner Füße – ihren Nachwuchs. Kinder purzeln in meinem Wohnzimmer und in meinem Leben herum und konfrontieren mich lärmend mit meiner eigenen Heuchelei. Denn als ich jung war, war auch ich ein Rebell, der seine eigene Musik hörte. (mehr)

Empfehlenswerter als dieser Vorgeschmack im Netz ist auf jeden Fall die gedruckte Ausgabe – neben großartiger Fotos gibt’s darin auch einen sehr gut gemachten Stammbaum des HipHop auf einer Doppelseite. Und als Bonus gibt’s auf der US-Website von National Geographic ein nettes Multimedia-Special.

Klicks, Quoten, Reizwörter

April 24, 2007 by Florian Treiß · Leave a Comment
Filed under: Blogs/Web 2.0, Journalismus, Medien 

So heißt eine neue Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung über Nachrichtenwebsites (Download hier). Im Vorwort liest man:

Wenn der Online-Journalismus einem seichten Massengeschmack zum Durchbruch verhilft, wenn am Ende dieser Entwicklung formatierte, verwechselbare, gleichgeschaltete Nachrichten-Sites stehen, die sich überwiegend aus Agenturen speisen, so muss dies gesagt werden.

Die Autoren der Studie fordern in ihrem Blog Werkkanon zur Diskussion der Studie auf. (Via: medienlese)

PS: Eine gute Zusammenfassung der Studie gibt’s bei Stefan Niggemeier:

Passend zum Thema weist Thomas Mrazek auf eine aktuelle 100-teilige Bildergalerie über die „besten Biere der Welt” auf sueddeutsche.de hin. Und bei „Spiegel Online” hat man es sich heute zum „Welttag des Buches” nicht nehmen lassen, selbst dieses Thema mit einer Bildergalerie aufzumotzen. Wer sich durchklickt, schönt nicht nur die Monatsbilanz von „Spiegel Online”, sondern weiß hinterher auch, wie die Buchfreundinnen Großherzogin von Luxemburg, Prinzessin Firyal von Jordanien und Prinzessin Maha Chakri Srindhorn aussehen. 

Digitale Spaltung

April 24, 2007 by Florian Treiß · Leave a Comment
Filed under: Allgemein, Blogs/Web 2.0, Medien, Politik 

Thomas Knüwer hat ein großartiges Essay über die digitale Spaltung unter dem Titel “Generation Web 0.0″ verfasst – er meint, die sei keinesfalls Sache des Alters, sondern vielmehr des Wollens:

Deutschlands Entscheider sind nicht im Internet – und stolz darauf. Den Schaden haben Wirtschaftsstandort und Gesellschaft. (mehr)

Rappende Rundschau

April 19, 2007 by Florian Treiß · Leave a Comment
Filed under: Musik 

Hier zur Abwechslung mal drei spannende Artikel zu unterschiedlichen kulturellen Aspekten des HipHop:

Bürgerjournalismus und Blacksburg

April 18, 2007 by Florian Treiß · Leave a Comment
Filed under: Blogs/Web 2.0, Journalismus, Medien 

Bürgerjournalismus-Professor Dan Gillmor hat einen interessanten Kommentar zu der (Online-)Berichterstattung rund um das Massaker an der Virginia Tech verfasst, von der ich ja selbst schon berichtet habe. Sein Fazit:

We used to say that journalists write the first draft of history. Not so, not any longer. The people on the ground at these events write the first draft. This is not a worrisome change, not if we are appropriately skeptical and to find sources we trust. We will need to retool media literacy for the new age, too.

Außerdem noch lesenswert zum Thema: Die Diskussion zum Thema auf NewAssignment.net (Eins, zwei, drei).

Nachtrag:
Und noch eine weitere Leseempfehlung – im kanadischen Globe and Mail gibt’s auch einen guten Artikel dazu. Darin wird nicht nur auf die positiven Seiten des Bürgerjournalismus eingegangen, sondern auch darauf, wie schnell sich Fehlinformationen durch das Netz verbreiteten. So wurde das Blog eines Austauschstudenten mit etlichen Diffamierungen in den Kommentaren übersät, da man ihn für den Täter hielt.

Amok-Journalismus

April 17, 2007 by Florian Treiß · Leave a Comment
Filed under: Blogs/Web 2.0, Journalismus, Medien 

Der schreckliche Amoklauf von Blacksburg hat viele amerikanische Journalisten zur Suche in der Blogosphäre animiert. Ein interessante, irgendwie aber auch abgründige Zusammenfassung gibt’s dazu bei Journalism.co.uk:

Within hours, reporters from around the world had scoured the blogosphere for first-hand accounts of the shooting, and found many student eyewitnesses to place on television, radio, print and the web.

“Sorry to hear about this,” Canadian CBC journalist Falice Chin wrote at Paul’s blog. “CBC Newsworld is doing live interviews with people who are affected by the shooting. Can you please drop me a line at falice_chin@cbc.ca when you have a moment? Thanks.”

Der New Yorker Journalismus-Professor Jeff Jarvis hat bereits eine ausführliche Reflektion dazu verfasst, zu lesen in seinem Blog BuzzMachine. Er beschäftigt sich damit, dass die Informationen durch Internet und Video-Handys von immer mehr Quellen live ins Programm gelangen können, was natürlich auch neue Probleme aufwirft: Denn wie soll ein Sender überprüfen, ob die live zu ihm gelangenden Bilder überhaupt authentisch sind, wenn er sie live ausstrahlt?

Live, distributed news gathering and sharing will change the news more radically than we can yet imagine.

Z.B. gab es übrigens bereits gestern einen großen Wikipedia-Eintrag, der quasi sekündlich und kollaborativ aktualisiert wurde, gut nachzuschauen in der History des Artikels. Der Artikel wurde um 9:16 Uhr Ortszeit begonnen, und zwar so:

The Virigina Tech shooting incident occurred on April 16th, 2007. One person has been reported to be slain.

Der Artikel wurde also begonnen, als der “größere Teil” des Blutbades noch gar nicht begonnen hatte – erst um 9:45 Uhr Ortszeit ging bei der Polizei ein Anruf ein, dass es weitere Schüsse gegeben habe.

Nachtrag Di, 21:25 Uhr:
Eigentlich kann ich mich dem Social Media Club nur anschließen – wie dieser Wikipedia-Eintrag entstand, dass könnte die Zukunft des Bürgerjournalismus sein:

The most successful social coverage of the event was Wikipedia’s which was updated and edited in real time much in the way traditional news coverage is called in by stringers, edited and published. But this was entirely collaborative. If this is the future of citizen journalism, then the future is bright indeed! 

Gegenöffentlichkeit

April 17, 2007 by Florian Treiß · Leave a Comment
Filed under: Blogs/Web 2.0, Journalismus, Medien 

Die WAZ hat Peer Schader mittlerweile zugesagt, für den abgeschriebenen TV-Total-Artikel ein Strafhonorar zu zahlen. Interessant finde ich v.a. das Fazit, dass Peer aus dieser Sache gezogen hat:

Und ich habe auch was gelernt: Es wird viel darüber diskutiert, ob Blogs Gegenöffentlichkeit schaffen können. Für mich steht fest: Sie können zumindest Öffentlichkeit schaffen – und zwar eine, die auch eine Zeitung wie die “WAZ” nicht mehr ignorieren kann, weil die Geschichte eben nicht eine Branchenanekdote geblieben ist, die man an ein paar Kollegen weitererzählt und dann versickert. (mehr)

Zwei Interviews

April 16, 2007 by Florian Treiß · 2 Comments
Filed under: Blogs/Web 2.0, Journalismus, Medien 

Gerade habe ich meine Blogschau der letzten Tage beendet und dabei noch zwei sehr spannende Interviews entdeckt:

  • Jean-Remy von Matt bricht nach einem Jahr sein Schweigen zum Thema Blogs – und zwar bei off the record. Der PR-Mann war einst mit seinem Ausspruch, Blogs seien die Klowände des Internets, in der Blogosphäre berühmt-berüchtigt geworden.
  • BILDBlogger Stefan Niggemeier sprach mit Spreeblick über “Das Wunder des Bloggens” und darüber, wieso er seine Festanstellung bei der FAZ aufgegeben hat.

Amerikanisches Splash

April 16, 2007 by Florian Treiß · Leave a Comment
Filed under: Leipzig, Musik 

Die Macher des Splash!-Festival haben heute bekanntgegeben, dass sie weitere US-Rapper buchen konnten: Snoop Dogg, Redman und die Dilated Peoples sollen nun ebenfalls dabei sein, wenn das Splash vom 6.-8. Juli auf der Halbinsel Pouch bei Bitterfeld sein 10-jähriges Jubiläum feiert. The Roots und Talib Kweli standen schon vorher als LineUp fest. Echt cool, dass damit scheinbar richtig viele US-Größen am Start sein werden (wenn ich z.B. wieder irgendwelche Barbecue-Parties in den Staaten dazwischen kommen – deshalb hatte Redman angeblich 2001 seinen Auftritt gecancelt). Freu mich schon drauf! Mehr Infos hier.

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